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Bankfachwirt-Studium

Was macht ein Bankfachwirt-Studium aus?

Vier Fragen an einen, der es wissen muss

Prof. Dr. Georg Schlichting ist Professor für Volkswirtschaft & Statistik an der FH Koblenz und unterrichtet parallel dazu seit 1998 an der Frankfurt School of Finance & Management.  

Herr Schlichting, Sie unterrichten Volkswirtschaft im Bankfachwirt-Studium. Ist das Studium tatsächlich so hochwertig, wie allgemein behauptet wird?

Wenn wir das Fach Volkswirtschaftslehre nehmen, dann wird bereits daran deutlich, dass ein Bankfachwirt hier in mehr Zeitstunden in vier Semestern tiefere VWL-Kenntnisse erwerben kann als in einem betriebswirtschaftlich orientierten Bachelor-Studium an einer Universität. Das liegt nicht allein an der Lust des Vermittelns von Inhalten, sondern an den Prüfungsanforderungen, die die IHK vorgibt. Das Wissen wird also von der Wirtschaft gefordert und auch geprüft – denn immerhin setzen sich die Prüfungsausschüsse zu einem Großteil aus Vertretern der Wirtschaft zusammen.

Aber ist das Bankfachwirt-Studium noch zeitgemäß? 

Auf jeden Fall! Aus meiner Erfahrung gibt es die Wahl nach dem Motto „Entweder Uni oder Fachwirt“ so nicht. Das Bankfachwirt-Studium ist ein eigenständiger, hochwertiger Karriereweg, den Menschen wählen, die bereits wissen, wie das Arbeitsleben funktioniert. Durch die Praxisnähe immer auf der Höhe der Zeit. Deswegen entscheiden sich die Teilnehmer bewusst für den Bankfachwirt als ersten Qualifizierungsschritt und sehen ihn als Schlüssel zu ihrer individuellen Karriere.

Das wird ja oft behauptet. Doch woran machen Sie es fest? 

Das können Sie an der Persönlichkeitsstruktur der Absolventen erkennen. Durch die dem Studium vorangegangene Ausbildung haben die Teilnehmer einen anderen Reifegrad als in einem klassischen Hochschulstudium. Der Bankfachwirt ist ein Weg für zielstrebige Menschen, die keine Zeit verlieren wollen und ihre Zukunft im Finanzsektor sehen. Wer das Bankfachwirt-Studium bewältigt, hat mehr zu bieten, denn er hat bewiesen, dass er die Belastungen eines berufsbegleitenden Studiums managen kann und Durchhaltevermögen besitzt.

Sehen das denn Arbeitgeber und Vorgesetzte auch so? 

Vor meiner Lehrtätigkeit war ich in einer Bank tätig. Dort sind mir häufiger Bankfachwirte der damaligen Bankakademie begegnet. Diese verfügten über ein sehr gutes Fachwissen, konnten komplexe Zusammenhänge schneller erkennen als andere und fielen durch ungewöhnliche Belastbarkeit auf. Bei Einstellungen wird heute nicht allein auf die Noten geschaut, sondern auch, ob Ausdauer und Belastbarkeit bewiesen wurden. Die Bankfachwirte der Frankfurt School haben all das zu bieten.