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Renewable Energy Finance

Einführung

Erneuerbare Energien tragen in vielerlei Hinsicht zu einer nachhaltigen Energieversorgung bei: Sie leisten einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz, weil in ihren Anlagen keine fossilen Brennstoffe verbrannt werden – im Jahr 2005 haben sie den Ausstoß von rund 84 Millionen Tonnen des Klimagases CO2 verhindert.

Ohne die erneuerbaren Energien wäre das deutsche Klimaschutzziel im Rahmen des Kyoto-Protokolls in weiter Ferne. Ferner diversifizieren sie die Rohstoffvielfalt, machen unabhängig von fossilen Rohstoffen und tragen so zur Versorgungssicherheit bei.

Politisches Ziel ist es, den Anteil regenerativ erzeugter Energie an der Gesamt-energieversorgung der Bundesrepublik Deutschland in den nächsten Jahren deutlich auszubauen. So soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung bis 2010 auf mindestens 12,5 Prozent und bis 2020 auf mindestens 20 Prozent steigen. Bis 2050 soll etwa die Hälfte des gesamten Energiebedarfs in Deutschland aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.

Erneuerbare Energien sind zwischenzeitlich – nicht zuletzt durch die politische Förderung – zudem ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Deutschland geworden. Die Branche hat 2005 rund 16,4 Milliarden Euro umgesetzt und beschäftigt 170.000 Erwerbstätige. Die Nachfrage nach Anlagen für erneuerbare Energien wächst zunehmend auch auf dem Weltmarkt. Deutsche Unternehmen sind bei Windenergie und Wasserkraft, Solarenergie und Biomasse technologisch führend und konnten sich am Weltmarkt gut positionieren.

Für Banken und andere Finanzdienstleister ist die Finanzierung erneuerbarer Energien ein ertragreiches und zukunftsträchtiges Geschäftsfeld. Viele Banken haben die Finanzierung erneuerbarer Energien als neues strategisches Geschäftsfeld erkannt und zum Teil inzwischen beachtliche Kreditportfolien in diesem Segment aufgebaut. War das Geschäft im Bereich Finanzierung erneuerbarer Energien lange Zeit stark auf Deutschland fokussiert, so zeigt sich aktuell eine zunehmende Internationalisierung des Geschäfts.

Die Finanzierungsleistungen setzen an der gesamten Prozesskette an: von der Projektplanung über die Herstellung bis hin zur Wartung der Anlagen. Als gängige Finanzierungsform für Projekte mit erneuerbaren Energien kann die Projektfinanzierung angesehen werden. Projektfinanzierung wird als die Finanzierung einer sich selbst tragenden Wirtschaftseinheit definiert, bei der sich die Kreditgeber vornehmlich auf den Cash Flow und die Aktiva des Projekts als Sicherheit für die Rückzahlung des Fremdkapitals verlassen. Das Eigenkapital für Renewable Energy Projekte wurde in der Vergangenheit zumeist über Fondslösungen im klassischen KG-Modell bereitgestellt; nunmehr engagieren sich hier jedoch verstärkt institutionelle Investoren. Neben der klassischen Bereitstellung von Fremdkapital offerieren die Banken ihren Kunden zunehmend auch vielfältige andere Finanzdienstleistungen, etwa Instrumente für das Risikomanagement oder die Unterstützung bei der Nutzung des Kapitalmarktes.

Der Blick auf die umwelt- und energiepolitischen Rahmenbedingungen zeigt, dass die neuen Energieformen auf Jahre hin ein Wachstumsmarkt mit dauerhaftem Kapitalbedarf bleiben. Die deutsche Industrie ist in diesem Sektor hervorragend aufgestellt; die deutschen Technologien sind weltweit gefragt. Für Banken ist die Finanzierung von erneuerbaren Energien – zumal unter den gegebenen politischen Rahmenbedingungen – ein lukratives, zukunftsträchtiges Geschäftsfeld – zunehmend auch im internationalen Kontext. Für Fach- und Nachwuchskräfte im Bankensektor eröffnen sich mithin im Bereich der Finanzierung erneuerbarer Energien interessante Beschäftigungs- und Karrierechancen.

Die Problem- und Fragestellungen im Bereich „Renewable Energy Finance“ sind ausgesprochen komplex. Eine Lösung der relevanten Fragestellungen erfordert interdisziplinäres Wissen und die Fähigkeit, volks- und betriebswirtschaftliches, juristisches, ingenieurwissenschaftliches und bankbetriebliches Wissen miteinander zu verknüpfen. Eine Tätigkeit im Bereich „Renewable Energy Finance“ stellt daher an die Qualifikation der Mitarbeiter hohe fachliche und soziale Anforderungen.

Bislang fehlte es an einem wissenschaftlich fundierten, gleichermaßen jedoch auch praxisorientierten Studienangebot für den Bereich Finanzierung von erneuerbaren Energien. Diese Lücke möchte die Frankfurt School of Finance & Management, die aus der Bankakademie und HfB hervorgegangen ist, mit dem berufsbegleitenden Weiterbildungsstudiengang „Renewable Energy Finance“ schließen.