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Konferenz: Die Zukunft der Finanzdienstleistungsindustrie
31.10.2007

Von den Ingenieuren lernen

Frankfurt am Main, 05.12.2007 - 600 Gäste diskutieren die Zukunft der Finanzdienstleistungsindustrie bei der Frankfurt School

Rund 600 Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet konnte die Frankfurt School zu ihrer Konferenz „Die Zukunft der Finanzdienstleistungsindustrie“ gestern begrüßen. Dr. Josef Ackermann, Vorsitzender des Vorstands und des Group Executive Committee der Deutsche Bank AG, skizzierte in seiner Rede Finanzinnovationen und ihre Wirkung auf Bankstrategie und Finanzmarktstabilität. Insbesondere ging er darauf ein, dass die richtigen Mitarbeiter – Mitarbeiter, die einerseits die nötigen Kenntnisse über Methoden, Modelle und Institutionen mitbringen, die aber andererseits genug gesunden Menschenverstand besitzen um auch „out of the box“ zu denken – notwendig seien, um Finanzinnovationen zu realisieren.

Ingrid Matthäus-Maier, Sprecherin des Vorstands der KfW, stellte die Rolle einer Förderbank in einer modernen Marktwirtschaft vor. Ausdrücklich betonte sie die Aktivitäten im Bereich „Development Finance“ der KfW. Die Vergabe an Klein- und Kleinstkredite an Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern trügen nachhaltig zu Wohlstand und Bildung bei.

Professor Dr. Udo Steffens, Präsident und Vorsitzender des Vorstands der Frankfurt School, stellte heraus wie viel die Finanzwissenschaften von ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten in Deutschland lernen könnten. „Bildungs- und Forschungsprosperität als entscheidende Element der Finanzplatzprosperität“ lautete der Titel seines Vortrags. Die Ingenieurwissenschaften seien wesentlich durchlässiger als die Finanzwissenschaften. Professoren pendelten zwischen Hochschule und Wirtschaft, seien auch als selbständige Unternehmer tätig. Diese Verschränkung ermögliche einen engen Erfahrungs- und Wissenstransfer, der maßgeblichen Anteil an dem Erfolg der deutschen ingenieurwissenschaftlich basierten Unternehmen – wie Bosch, Siemens oder BMW – habe.

Am Nachmittag gestalten Professoren der Frankfurt School mit Wissenschaftlern und Experten aus dem In- und Ausland Workshops zu aktuellen Fragestellungen der Finanzwirtschaft: Financial Sector Stability: „Financial Crisis and Financial Sector Stability“, SME Finance: „Finanzlage und Finanzierung kleiner und mittelständischer Unternehmen“, Development Finance: „Innovative Funds Concepts: New formular to Development Finance“, Quantitative Finance: „Significant Recent Developments in Quantitative Finance“, Private Equity: „Private Equity für den deutschen Mittelstand“.

„Europäische Finanzmarktsintegration aus Notenbanksicht“ war die Rede überschrieben, die Bundesbankpräsident Professor Dr. Axel A. Weber zum Konferenzabschluss hielt. Er stellte vier Aktivitäten heraus zur Förderung der Finanzmarktsintegration heraus: Beobachtung und Bewusstseinsschärfung, Katalysatorfunktion, Beratungsfunktion, Bereitstellung von Zentralbankdienstleistungen

Prof. Dr. h.c. Klaus Peter Müller, Sprecher des Vorstands der Commerzbank AG, Vorsitzender des Stiftungsrates der Frankfurt School of Finance & Management, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Banken, hielt beim festlichen Abendessen, zu dem Prof. Dr. Udo Steffen, enge Freunde des Hauses eingeladen hatte, die Dinner Speech. Sie stand unter dem Motto „Vom Elfenbeinturm in den Bankenturm - Anforderungen an Absolventen im Finanzsektor“. Auch Müller stellte heraus, dass eine Praxisintegration an den Hochschulen notwendig sei, um eine erfolgreiche Berufslaufbahn einzuschlagen.

Die Frankfurt School gibt im Frühjahr 2008 einen Konferenzband heraus, der alle Beiträge des Tages dokumentiert. Wir informieren darüber auf unserer Website.

Hintergrund der Konferenz:
Die Ertragslage der deutschen Kreditwirtschaft hat sich seit 2003 nachdrücklich verbessert. Auch die Risikolage hat sich entspannt, vor allem weil der konjunkturelle Aufschwung die Kreditqualität im Unternehmensportfolio spürbar gestärkt hat. Vielfach wurden positive Gewinnmeldungen, zum Teil Rekordgewinne, verkündet. Besser als erwartet haben sich auch die Kapitalmärkte entwickelt. Gleichwohl blieb die Ertragsquelle „Zinsgeschäft“ aufgrund zunehmenden Preiswettbewerbs unter Druck. Nach wie vor gilt: Die Performance der deutschen Kreditwirtschaft ist im europäischen Vergleich unterdurchschnittlich. Die Finanzinstitute führen die eingeleiteten Konsolidierungsmaßnahmen konsequent weiter: Im Mittelpunkt stand zunächst die Erhöhung der Kosteneffizienz insbesondere durch die Restrukturierung der Geschäftsprozesse. Weitere Kernbereiche des strategischen

Transformationsprozesses sind die Konzentration auf das Kerngeschäft und eine stärkere Vertriebsorientierung. Die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen eines Finanzplatzes trägt wesentlich zu Erfolg oder Misserfolg der Banken und ihrer Geschäftsstrategien bei. Finanzmarktpolitik muss das Leistungspotential der Finanzinstitute und des Finanzplatzes insgesamt durch Schaffung eines attraktiven regulativen und institutionellen Marktrahmens unterstützen ─ und dies unter den Bedingungen der Globalisierung. Viele Finanzmarktreformen sind umgesetzt, jedoch ist die Erhaltung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes Deutschland eine Daueraufgabe.

  • Was sind die längerfristigen Visionen beim strategischen Umbauprozess in den Finanzdienstleistungsinstituten und im Bankenmarkt?
  • Wie werden sich die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen für die Finanzdienstleistungsindustrie weiterentwickeln, auch im europäischen Kontext? 
  • Welche Innovationen sind notwendig, um Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit sowie die internationale Attraktivität des Finanzstandortes Deutschlands zu erhalten und auszubauen? 
  • Welchen Beitrag kann eine moderne Finanzausbildung zur Wettbewerbsfähigkeit von Finanzwirtschaft und Finanzplatz beitragen?

Dieses sind die zentralen Fragen, mit denen sich Teilnehmer und Referenten am heutigen Mittwoch beschäftigen.

Im Nachgang der Veranstaltung wird im Frühjahr 2008 der Begleitband zur Veranstaltung: „Die Zukunft der Finanzdienstleistungsindustrie“ im Frankfurt School-Verlag erscheinen. Anwesende Pressevertreter bekommen den Band automatisch zugesandt.


Ihre Ansprechpartnerin:

Angelika Werner
Leiterin Unternehmenskommunikation
Sonnemannstraße 9-11, 60314 Frankfurt am Main
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Jubiläumskonferenz, 31. Oktober 2007