Neue Professoren eingeführt
Prof. Dr. C. Herrmann-Pillath und Prof. Dr. A. Winkler
Kultur und Wirtschaft – Was haben wir aus den letzten zwei Jahrzehnten Wirtschaftsforschung gelernt?

Während der vergangenen 20 Jahre hat man in den Wirtschaftswissenschaften die Rolle der Kultur bei Evolution von wachstums- und wohlstandsfördernden Institutionen stark in den Fokus gerückt. Dank der Forschung in diesem Bereich lebte Ende des letzten Jahrhunderts eine Tradition der deutschen Wirtschaftswissenschaften wieder auf, zu deren Vertretern einst überragende Wissenschaftler wie Werner Sombart und Max Weber gehörten. In seiner Vorlesung blickte Prof. Dr. Carsten Herrmann-Pillath zurück auf die jüngsten Entwicklungen in der Institutionen- und Verhaltensökonomik sowie in der Sozialkapitalforschung. Darauf aufbauend schlug er einen interdisziplinärer Ansatz vor, der Wirtschaftswissenschaften, Soziologie und Psychologie vereint. Diesen Ansatz wandte er auf das Fallbeispiel China an.
Die Finanzkrise aus der Perspektive der Entwicklungsfinanzierung
Seit August 2007 stecken die reifen Volkswirtschaften in der tiefsten und langwierigsten Krise seit den 1920er Jahren. Diese Krise hat ihren Ursprung auf dem Subprime-Markt der USA, der in einem direkten Zusammenhang zur Entwicklungsfinanzierung steht. Die Subprime-Hypotheken waren eine Finanzinnovation, mit deren Hilfe ärmeren Menschen der Zugang zu Finanzmitteln ermöglicht werden sollte. Dabei wurden jedoch viele der wichtigen Lektionen aus über dreißig Jahren Entwicklungsfinanzierung ignoriert. Prof. Dr. Adalbert Winkler ging in seiner Vorlesung auf zwei davon ein - Kredittechnologie und Institutionenaufbau. Dabei verdeutlichte er, wie nützlich Prinzipien der Entwicklungsfinanzierung bei der Analyse der finanziellen Entwicklung sind.