deutsch | english
Suchfunktion

Prof. Dr. Karl Fr. Hagenmüller verstorben

Frankfurt am Main, 01.10.2009 - In der Nacht vom 29. auf den 30. September 2009 ist einer der Gründer der Bankakademie, Prof. Dr. Karl Friedrich Hagenmüller, in Leipzig verstorben. Mit ihm verliert die Frankfurt School einen treuen Freund und Förderer.

Prof. Dr. Hagenmüller

Prof. Dr. Karl Friedrich Hagenmüller, einer der Gründer der Bankakademie, ehemaliges Vorstandsmitglied der Dresdner Bank AG, prägte über Jahre in verschiedenen Funktionen die Entwicklung des Hauses. So war er von 1957 bis 1981 wissenschaftlicher Leiter und Vorsitzender des Kuratoriums der Bankakademie. Zur Förderung des Banknachwuchses rief er im Jahre 2000 die Prof. Dr. Karl Fr. Hagenmüller-Stiftung ins Leben. Außerdem trägt die von ihm unterstützte Professur für Financial Riskmanagement an der Frankfurt School seinen Namen.

Karl Friedrich Hagenmüller wurde am 9. Januar 1917 in Naila in Oberfranken geboren. Er besuchte in Hof die Oberrealschule bis zum Abitur 1936. 1938 begann er in München ein Maschinenbaustudium und belegte gleichzeitig bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges Betriebswirtschaftslehre. Das Kriegsende erlebte er als mehrfach für Tapferkeit ausgezeichneter Hauptmann und geriet im Mai 1945 in Österreich in Gefangenschaft, aus der er im Sommer 1945 heimkehren konnte. 

Ab April 1946 setzte er das betriebswirtschaftliche Studium bis 1947 fort. 1948 promovierte er zum Dr.rer.pol. und schlug die akademische Laufbahn ein. Nach der Habilitation im April 1950 erhielt er einen Lehrauftrag an der Universität München. 1951 wechselte er an die Universität Frankfurt, die ihn 1952 zum außerordentlichen Professor ernannte. 1953 wurde er auf einen Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre berufen und damit auch Direktor des Seminars für Bankbetriebslehre. Er leitete ferner das Institut für Genossenschaftswesen und das Forschungsinstitut für Handwerkswirtschaft. 

1959/60 war er bei der Dresdner Bank in Frankfurt tätig, 1964/65 bei der gleichen Bank in Düsseldorf. 1966 trat er in den Vorstand der Bank-Zentrale ein, zunächst als stellvertretendes, ab 1967 als ordentliches Vorstandsmitglied. Parallel hatte er eine Honorarprofessur an der Frankfurter Universität für Bankbetriebslehre inne. Die Tätigkeit als Vorstandsmitglied umfasste u.a. die Bereiche Organisation, Revision, Rechnungswesen und Betriebswirtschaft. So war er auch in den 1970er Jahren für die Neuorganisation der Dresdner Bank zuständig. Sein Wirken kennzeichnete, dass er immer in idealer Weise Praxis und Theorie zu vereinen wusste. Das dreibändige Standardwerk "Der Bankbetrieb" wurde von ihm verfasst.

Professor Hagenmüller war Mitglied des Präsidiums des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft e.V. und Präsident der GFK Nürnberg und hatte eine Vielzahl von Aufsichtsmandaten inne. In der Fraunhofer-Gesellschaft und Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFL) gehörte er dem Senat an und war in Fragen der Datenverarbeitung, Berufsbildung und gesellschaftlichen Entwicklung ebenso aktiv. 1979 wurde ihm der Bayerische Verdienstorden, 1989 das Verdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

"Sein Weitblick, sein sicheres Urteil und sein Wohlwollen werden uns fehlen. Er hat mit der Gründung der Bankakademie den Grundstein für die Entwicklung der Frankfurt School gelegt und unser Haus entscheidend geprägt. Mit ihm verlieren wir einen unserer Gründer, einen großartigen Freund, dem wir in tiefer Dankbarkeit gedenken.“ sagte Prof. Dr. Udo Steffens, "unsere Anteilnahme gilt besonders seiner Gattin, Frau Dr. Jutta Buscha-Hagenmüller."


hs