Bankenregulierung im Umbruch - (Was) Können wir aus der Wirtschaftsgeschichte lernen?
In Reaktion auf die schwerste Finanz- und Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit konkretisieren sich nun die neuen Regeln der Bankenaufsicht. Auch frühere Krisen zogen bereits Regulierungsmaßnahmen nach sich. Die Wirtschaftsgeschichte hält somit möglicherweise wichtige Einsichten zur Frage von Wirkung und Nutzen der Bankenregulierung bereit. In einem Gastvortrag wird Herr Prof. Dr. Stephan Paul von der Ruhr-Universität Bochum dieser Fragestellung nachgehen, gefolgt von einem Kommentar durch Herrn Prof. Dr. Hermann A. Wagner von der Frankfurt School of Finance & Management.
Organisiert wird der Vortrag vom Institut für bankhistorische Forschung e.V. (IBF). Das Institut mit Sitz Frankfurt am Main ist seit 40 Jahren Plattform und Impulsgeber für eine wissenschaftliche Erforschung der Banken- bzw. der Finanzgeschichte.
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| Prof. Dr. Stephan Paul |
Der Vortrag greift die drei Jahre nach Ausbruch der Krise vorgelegten Vorschläge für "Basel III" auf. Danach werden - dem traditionellen Vorgehen in der Banken-regulierung folgend - vor allem die Eigenkapitalanforderungen an die Kreditinstitute erhöht. Neue Regeln für das Liquiditätsmanagement der Banken sollen bald folgen. Und als weitere "neue" Instrumente stehen eine Bankenabgabe sowie eine Finanz-transaktionssteuer vor der Tür.
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| Prof. Dr. Hermann A. Wagner |
Über Effektivität und Effizienz dieser Banken-regulierung wird heftig gestritten. Ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte soll helfen, Kosten und Nutzen, Chancen und Risiken abzuwägen: Wie wurde regulatorisch in den Krisen des letzten Jahrhunderts reagiert, und wie erfolgreich waren diese staatlichen Eingriffe? Trifft die These "Dieses Mal ist alles anders" zu oder können die in der Vergangenheit bei der Krisenbewältigung und –prophylaxe gesammelten Erfahrungen auch in der aktuellen Regulierungsdiskussion nützlich sein?
Veranstaltung am Dienstag, 30. November 2010, 18:30 Uhr
an der Frankfurt School of Finance & Management, Raum 10
Sonnemannstraße 9-11, 60314 Frankfurt am Main
Die Veranstaltung ist öffentlich und die Teilnahme daran ist kostenfrei. An den Gastvortrag sowie das Ko-Referat schließen sich eine Diskussion sowie ein Empfang an. Zur Anmeldung.
Prof. Dr. Stephan Paul ist Inhaber des Lehrstuhls für Finanzierung und Kreditwirtschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften, der Promotion zum Dr. rer. oec. mit einer Arbeit über Asset Backed Securities und seiner Habilitation über Konzepte der Banken- und Versicherungsregulierung wurde er 1999 als Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Banken/Finanzierungen an die Universität Hannover berufen. Es folgte 2000 der Ruf auf den Lehrstuhl für Wirtschaftslehre, insbesondere Angewandte Betriebswirtschaftslehre II (Finanzierung und Kreditwirtschaft) der Ruhr-Universität Bochum. Stephan Paul ist u.a. Wissenschaftlicher Leiter des Arbeitskreises „Finanzierung“ der Schmalenbach-Gesellschaft, Geschäftsführender Vorstand des ikf institut für kredit- und finanzwirtschaft sowie Mitglied des Herausgeberbeirats des Bankarchiv. Seit 2010 ist er zudem als Gutachter und Berater für das Special Commitee on the Financial, Economic and Social Crisis (CRIS) beim Europäischen Parlament tätig. Prof. Dr. Hermann A. Wagner lehrt Financial Management an der Frankfurt School.

