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Thorsten Polleit bei Frankfurt School-Friends

Die Frankfurt School lud vergangenen Mittwoch zur bislang größten Friends-Veranstaltung in Stuttgart

Stuttgart

Friends-Veranstaltung in Stuttgart

Die Währungskrise entfache viele Schuldzuweisungen, natürlich auch an die Finanzbranche und die Banker. Doch in der öffentlichen Debatte sei kaum die Rede davon, dass das grundlegende Problem mit unserem Papiergeldsystem zu tun habe. Dieses Thema erörterte Professor Dr. Thorsten Polleit, Honorarprofessor für Volkswirtschaftslehre an der Frankfurt School of Finance & Management, am vergangenen Mittwoch, 26. Februar 2014. Er hatte seinen Vortrag mit  „Die internationale Kredit- und Geldarchitektur: Mögliche Entwicklungslinien?“ überschrieben.

Zahlreiche Absolventen, Studierende, Dozenten, Regionalbetreuer und andere Freunde der BusinessSchool fanden sich am frühen Abend im Elysee Saal des Méridien Hotels ein. Ingolf Jungmann, Vizepräsident und Geschäftsführer der Frankfurt School, eröffnete die mit über 160 Besuchern bislang größte Friends-Veranstaltung: „Wenn sogar die erste Reihe besetzt ist, ist das wahrlich eine positive Resonanz.“

Auch Henning Krischke, stellvertretender Vorsitzende vom Förderkreis Stuttgart des Frankfurt School Bankakademie Alumni e.V., freute sich über die vielen Besucher und wünschte allen Anwesenden einen unterhaltsamen und lehrreichen Abend.

Professor Polleit begann seinen Vortrag mit einem Rückblick in die 1920er Jahre. Damals stellte man sich vielerorts die Frage, welches Modell für eine Volkswirtschaft das geeignetste sei – der Sozialismus oder der Kapitalismus? „Der Wettbewerb sorgt dafür, dass unsere Bedürfnisse mit einem bestmöglichen Preis-Leistungsverhältnis befriedigt werden“, erläuterte der Wirtschaftswissenschaftler. Doch anscheinend gelten im Geldwesen andere Bedingungen, denn dort habe ein sozialistisches Element überlebt, behauptete Polleit. „Zentralbanken sind eine marxistische Idee“.

Mit einer Reise durch die Geschichte des Geldes veranschaulichte Professor Polleit die Entwicklungen bis hin zur Gegenwart. Über lange Perioden hinweg wurden Edelmetalle als allgemeingültiges Tauschmittel anerkannt. So konnte einst auch Papiergeld gegen Gold eingetauscht werden. Bis der damalige US-Präsident Nixon am 15. August 1971 den Goldstandard aufhob und somit die Währung entkoppelte. Dies führte dazu, dass im Anschluss fast das gesamte Währungs- und Kreditsystem weltweit vom Goldwert gelöst wurde. „Alle großen Währungen der Welt sind im Prinzip nicht eintauschbares Papiergeld. Das treibt die Volkswirtschaften in eine Schuldenkultur“, so Polleit.

Der Chefvolkswirt der Degussa Goldhandel GmbH zeichnete zwei mögliche Szenarien auf: Deflation oder Inflation. Während die Deflation zu einer Wirtschaftskrise führe, spiegele sich die Inflation in der Ausweitung und einhergehenden Entwertung der Geldmenge wider. Letztere Option werde derzeit von den Zentralbanken gewählt. „Die Geschichte hat uns gelehrt, dass Papiergeldformate meist nur von kurzer Dauer sind. Es ist daher notwendig, in alternative Wertanlagen zu investieren“, resümierte Professor Polleit.

Nach einer anregenden Diskussionsrunde lud Vizepräsident Jungmann zu Speisen und Getränken ein. In entspannter Atmosphäre tauschte man sich aus und traf auf bekannte und neue Gesichter.

Das Friends-Programm ist eine Veranstaltungsreihe, die die Frankfurt School of Finance & Management gemeinsam mit dem FS Alumni e.V. und dem FS Bankakademie Alumni e.V. ausschließlich für Absolventen, Studierende, Dozenten, Regionalbetreuer und Mitarbeiter organisiert.