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Friedrich Merz bei Alumni & Friends in Düsseldorf

„Wir teilen grundlegende Werte wie Demokratie, Bürgerrechte sowie Religions- und Meinungsfreiheit!“

Düsseldorf/Frankfurt am Main.

Über 120 Alumni und Freunde der Frankfurt School of Finance & Management fanden sich am 27. Oktober im Malkasten in Düsseldorf ein um an dem Diskurs von Friedrich Merz zum deutsch-amerikanischen Verhältnis teilzunehmen.

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Professor Dr. Udo Steffens, Präsident und Vorsitzender der Geschäftsführung der Frankfurt School, eröffnete die Veranstaltung und dankte Henning Krischke vom FS Bankakademie Alumni e.V., dass er die Veranstaltung initiiert und Friedrich Merz für den Abend gewonnen hatte. „Sie, liebe Absolventinnen und Absolventen, sind unsere Botschafter. Es ist eine Ehre und eine Freude, dass so viele heute Abend hier sind.

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Mein Dank gilt dem Förderkreis Rheinland für die Unterstützung heute Abend!“ Auch Sabine Klein, Förderkreis-Vorsitzende Rheinland des FS Bankakademie Alumni e.V., begrüßte alle Anwesenden. In ihrer Ansprache strich sie heraus, dass Frankfurt School und Alumniorganisation an einem Strang ziehen müssten, um das Netzwerk lebendig zu halten und attraktive, interessante Veranstaltungen für die Mitglieder auszurichten. Sie dankte FS-Präsident Professor Dr. Udo Steffens sowie Sandra Rieger, Alumni-Referentin Deutschland, für die Zusammenarbeit.

Wer spricht für Europa?

Image Wer spricht für Europa?

„Themen, die die deutsch-amerikanischen Beziehungen betreffen, gibt es mehr denn je“, führte Friedrich Merz, ehemaliger CDU-Politiker und Rechtsanwalt der Anwaltssozietät Mayer Brown, in das Thema ein. „Dabei sind sowohl die USA als auch Europa in jüngster Zeit in sich gespalten.“ So finde in der Europäischen Union (EU) eine divergierende Entwicklung statt. Zwar gehe es Deutschland noch einigermaßen gut, in vielen EU-Staaten existiere hingegen keine wettbewerbsfähige Industrie mehr. Auch der wichtige Nachbar Frankreich habe seit Jahren mit einer strukturellen Dauerkrise zu kämpfen, deren Ende nicht absehbar sei. Diese Diskrepanz werde in den USA mit Sorge wahrgenommen. „Dieser Zustand erschwert einen zielführenden Dialog zwischen Europa und Amerika. Viele EU-Politiker fühlen sich zuständig, stellvertretend für Europa zu sprechen. Das Problem ist, dass sie sich gegenseitig widersprechen“, erklärte der Vorsitzende der Atlantik-Brücke. Aber Friedrich Merz beobachtet auch in den USA gesellschaftspolitischen Konflikt, der sich in einem harten Kontrast zwischen beiden Parteien manifestiere. So sei man sich weder über die außenpolitische Richtung, etwa wenn es um internationale Militäreinsätze geht, noch über innenpolitische Reformen wie die Sanierung des Haushaltes einig.
 

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„Ich nehme eine fortwährende Entfremdung zum ehemaligen Verbündeten wahr - und das auf beiden Seiten“, resümierte Merz die aktuellen Entwicklungen. „Dabei machen die Herausforderungen, aber auch Potentiale der kommenden Jahre eine stabile Partnerschaft dringend notwendig!“

Zum einen werde der Kampf gegen den internationalen Terrorismus mehr und mehr auf europäischen, aber auch auf amerikanischen Boden ausgetragen, prognostizierte der Jurist. „Auch wenn es maßgebliche Unterschiede zwischen Europäern und Amerikanern gibt, teilen wir immer noch grundlegende Werte wie Demokratie, Bürgerrechte sowie Religions- und Meinungsfreiheit.“ Ohne die Berufung auf eine gemeinsame Basis und ein gemeinschaftliches Vorgehen gegen radikale Strömungen, seien der von jüngeren Generationen als selbstverständlich wahrgenommene Frieden und die Sicherheit im Alltag auf Dauer vielleicht nicht mehr zu gewährleisten, so Merz.

Chancen einer neuen industriellen Revolution nutzen

Als zweite Herausforderung skizzierte Friedrich Merz das Verhältnis zu Russland. Zugegeben folgten weder die USA noch Europa in den letzten zehn Jahren einer einheitlichen Russland-Politik. Auch habe man vielleicht die geopolitische und die wirtschaftliche Bedeutung Russlands in Gesprächen mit der russischen Führung nicht immer zum Ausdruck gebracht, was wohl auch zu Missstimmungen beigetragen habe. Doch das rechtfertige unter keinen Umständen eine permanente Verletzung völkerrechtlicher Verträge, wie sie Russland begehe, betonte der ehemalige CDU-Bundestagsfraktions-Vorsitzende. Mit Sorge beobachtet er ein Zurückfallen Russlands in sowjetische Verhaltensmuster. „Der Aufgabe einer Stabilisierung internationaler Beziehungen ist Europa allein nicht gewachsen!“
 

Schließlich kam Friedrich Merz auf die großen ökonomischen Herausforderungen und Chancen der Globalisierung zu sprechen. „Wir steuern auf die nächste industrielle Revolution zu. Eine fortwährende Verbindung zwischen Industrie und Internetdienstleistungen führt dazu, dass nicht mehr nur ein Produkt verkauft wird, sondern eine mit dem Produkt verwobene IT-Infrastruktur in Form von permanenter Datenübertragung.“ Eine Intensivierung der Handelsbeziehungen zwischen den USA und Deutschland, angestrebt auch durch das geplante Freihandelsabkommen (TTIP), biete enorme Potentiale, die Wettbewerbsfähigkeit beider Wirtschaftsmächte auch für die Zukunft zu sichern. Amerikaner weisten die notwendige IT Infrastruktur vor, während die Europäer, insbesondere Deutschland, über Industrie Know-How verfügten. Eine Zusammenarbeit beider Seiten läge hier also nah. „Ich finde es schade, wenn das Abkommen allein auf Chlorhühnchen reduziert würde. Wir haben eine reale Chance, die technologischen Standards der Zukunft zu definieren und uns gemeinsam gegenüber anderen Wirtschaftsmächten, allen voran China, zu behaupten“, so Merz. „Aber auch hier gibt es eine Grundvoraussetzung: eine europäische Einigkeit!“

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Nach einer anregenden Diskussionsrunde lud Präsident Steffens zu Speisen und Getränken ein. In den historischen Räumlichkeiten des Malkastens tauschte man sich aus und traf auf bekannte und neue Gesichter.

Das Alumni & Friends-Programm ist eine Veranstaltungsreihe, die die Frankfurt School of Finance & Management gemeinsam mit dem FS Alumni e.V. und dem FS Bankakademie Alumni e.V. ausschließlich für Absolventen, Studierende, Dozenten, Regionalbetreuer und Mitarbeiter organisiert. Die nächste Veranstaltung findet am 9. Dezember 2014 statt. Professor Dr. Hartmut Kliemt, Vizepräsident Forschung und Professor für Philosophie und Ökonomik an der Frankfurt School, wird der Redner sein.

Elisa Antz

Elisa Antz

Leitung Student and Alumni Relations

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