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Friends-Veranstaltung in Hamburg

Ein Abend zu Inflation, Staatsverschuldung und zur Fehlbarkeit von Prognosen

Frankfurt/Hamburg

 

Friendsveranstaltung in Hamburg

Droht dem Euroraum eine steigende Inflation? Welche Prognosen können aus Staatsverschuldung, Arbeitslosenzahlen oder Liquidität der Finanzmärkte gezogen werden? Diese und weitere Fragen erörterte Professor Dr. Paul G. Schmidt, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Frankfurt School of Finance & Management, am vergangenen Donnerstag, 26. September. Er hatte seinen Vortrag mit der Frage „Inflation Quo Vadis?“ überschrieben. Rahmen war die Friends-Veranstaltung, zu der die Frankfurt School Studierende, Absolventen, Dozenten, Regionalbetreuer und andere Freunde in ihr Studienzentrum in der Hansestadt eingeladen hatte. 70 von ihnen waren gekommen.

Ingolf Jungmann, Vizepräsident und Geschäftsführer der Frankfurt School, eröffnete den Abend. Er erläuterte, dass die Frankfurt School, die erst vor anderthalb Jahren ihr neues Hamburger Studienzentrum an der Ericusspitze in der HafenCity bezogen hatte, auch in der Mainmetropople Großes plant: An neuer Campus soll an der Adickesallee gebaut werden. Damit würden der Frankfurt School, die derzeit 15.000 qm Bruttogeschossfläche im Ostend nutzt, etwa das Doppelte an Fläche zur Verfügung stehen. Bis zum Jahr 2017 soll der neue Campus bezogen werden.

Professor Schmidt begann seinen Vortrag, in dem er den Einbruch des Welthandels im Jahr 2008, angefangen mit der US-amerikanischen Immobilienkrise bis hin zur Lehman-Pleite, Revue passieren ließ. Wachsende Ausgaben durch diverse Rettungspakete in Zusammenhang mit sinkenden Einnahmen ließen Staatshaushalte außer Kontrolle geraten. „Alarmierend hierbei ist, dass viele Staaten sechs Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise die Situation immer noch nicht in den Griff bekommen haben“, so Professor Schmidt. Besorgniserregend sei vor allem das Tempo steigender Staatsverschuldungen, insbesondere in den USA und England.

Allerdings bedeute eine steigende Verschuldung nicht gleichzeitig auch Inflation. Viel wichtiger sei die Frage nach einer soliden Finanzierung der Staatsverschuldung. Dabei komme den Zentralbanken eine wachsende Bedeutung zu, indem diese Staatsanleihen kauften und somit Zinsen niedrig hielten. Daneben habe eine Vielzahl zusätzlicher Faktoren erheblichen Einfluss auf die Geldentwicklung, so etwa steigende Lohnstückkosten oder Exportpreise.

Ein langfristig erfolgreicher Hedge gegen Inflation sind für Professor Schmidt immer noch Aktien. „Natürlich sollte das Portfolio relativ breit aufgestellt und sorgfältig verwaltet werden“, fügte der Finanzexperte hinzu. Immobilien erwiesen sich unter diesem Aspekt ebenfalls als sinnvolle Investition, auch wenn der Faktor Liquidität einkalkuliert werden müsse.

In seinem Fazit gab er vorerst Entwarnung. Er befürchte in naher Zukunft keine rasante Inflation im Euroraum, allerdings zeichne sich in den USA und England ein anderes Bild. Letztendlich sei es nahezu unmöglich, die Entwicklungen der Finanzmärkte eindeutig vorherzusagen. Mit Verweis auf den US-amerikanischen Volksökonom Irvin Fisher und seine berühmte Fehlprognose des Börsenkrachs von 1929, gab Professor Schmidt mit einem Augenzwinkern zu „Auch ich bin nicht unfehlbar“.

Nach einer anregenden Diskussionsrunde lud Vizepräsident Jungmann zu Speisen und Getränken ein. Mit Ausblick auf Elbe und HafenCity wurde in gemütlicher Atmosphäre geredet, gelacht, alte Verbindungen aufgefrischt und neue Kontakte geknüpft.