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Gelebtes Unternehmertum: Wagniskapital von Business Schools

  • 13.03.2012

Von Christoph Schalast*

Immer wieder hört man gern die Erfolgsgeschichten von Silicon Vally – in den 1970iger Jahren und auch später entstanden hier zahlreiche Start Ups inspiriert durch die Gründerkultur von Stanford oder Berkeley und in der Frühphase oftmals aus diesem Umfeld heraus finanziert. Und natürlich fragt man sich dann, warum solche Erfolgsgeschichten in Deutschland so selten sind. Innovation entsteht durch Ideen und darauf beruhenden Unternehmensgründungen – aber für die Frühphase (Seed/Start Up) fehlt hierzulande allzu oft die notwendige Finanzierung durch Wagniskapitalgeber – sogenannte Venture Capital Fonds (Abbildung 1).


Abbildung 1

Eine unternehmerisch geprägte Gründerkultur ist darüber hinaus für viele Hochschulen und ihr Family and Friends-Netzwerk ein wichtiges Asset an sich. Nicht zuletzt deshalb entstanden in den letzten 15 Jahren an zahlreichen amerikanischen Universitäten Venture Capital Fonds, die sich vor allem an die Studierenden, die Fakultät und das Netzwerk wenden. Beispielhaft sind der Harvard Medical School-Fonds für Innovation im Bereich Medizin und Biotechnologie, der NYU-Fonds für Information Technology, Computersoftware und Bio-Tech und breiter aufgestellt der Purdue University-Fonds. Ziel der Hochschulen ist dabei selten, Geld verdienen zu wollen und wenn es doch einmal gelingt, kommt davon ein guter Teil der Alma Mater wieder zu Gute. Es geht viel mehr darum, unternehmerischen Ideen Freiraum zu geben, einen intellektuellen Diskurs in Gang zu setzen und dadurch ein Klima zu schaffen, dass für Innovationen und Kreativität fruchtbar ist.

Für Deutschland sind solche Überlegungen bisher noch Neuland. Seit Jahren wird – im Vergleich zu den USA aber auch vielen unserer Nachbarländer nur erschreckend wenig Wagniskapital zur Verfügung gestellt, nach Zahlen des BVK waren es im Jahre 2010 gerade einmal 650 Mio. €. Hinzu kommt, dass dieses Geld vor allem vom Staat, etwa über die KfW oder den High-Tech-Gründerfonds sowie Beteiligungsgesellschaften der Länder aufgebracht wird. Die private Wirtschaft, aber auch Universitäten, halten sich bislang zurück. Ergebnis ist, dass innovative Geschäftsmodelle etwa in den Bereichen Clean-Tech, aber auch Finanical Services etc. in die USA, Frankreich und das Vereinigte Königreich auswandern oder aber in der Schublade landen. Umso spannender ist es, dass die Frankfurt School of Finance & Management nun als eine der ersten deutschen Hochschulen einen eigenen Wagniskapitalfonds als Pilotprojekt initiiert. Die Idee stammt von einem Absolventen, der selbst erfolgreich als Finanzinvestor tätig ist. Ziel ist es nicht nur, Unternehmensgründungen finanziell zu ermöglichen, vielmehr will die Frankfurt School VenCube über einen Expertenpool bereits in der Frühphase so viel Know-how wie gewünscht und möglich zur Verfügung stellen. Dieser Support wird dann nach der ersten Finanzierungsphase durch Mentoren und Business-Angels – üblicherweise im Rahmen eines Beirats – kontinuierlich weiter geführt. Die Erfahrungen in den USA lehren uns dabei, dass ein solcher Fonds keine Einbahnstraße ist. Vielmehr kann dadurch eine Gründerkultur, ein interdisziplinärer Diskurs und vielleicht auch ein Think-Tank für Innovation entstehen. Dabei wissen wir aus der Vergangenheit: Ideen sind im Umfeld der Frankfurt School of Finance & Management bei den Studierenden und dem Alumni-Netzwerk genug vorhanden, nur fehlte bisher oftmals die finanzielle Schubkraft.

Mehr Informationen unter: http://www.frankfurt-school.de/content/de/vencube
*www.frankfurt-school.de/schalast