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„Executive Education – globale Herausforderungen meistern!“

Andreas Emser, Head of International Executive Programmes an der Frankfurt School of Finance & Management, zu den Mehrwerten von Executive Education

Herr Emser, warum sollte ein Manager an einem Executive Education-Programm teilnehmen?
Die Antwort auf diese Frage begegnet mir täglich, wenn ich die Nachrichten sehe. Die globale Finanzkrise des Jahres 2008, die aktuelle Finanzkrise in Europa, die politischen Aufstände in Nordafrika, Naturkatastrophen und die boomenden Volkswirtschaften in China, Indien, Brasilien und Russland verändern die Welt enorm. Doch diese Ereignisse und Entwicklungen beeinflussen auch Unternehmensstrategien und stellen eine große Herausforderung für sie dar. Executive Education Programme können Manager dabei unterstützen, Veränderungen besser zu verstehen und aufzeigen, wie sich diese Veränderungen auf das eigene Unternehmen auswirken. In Executive Education Programmen geht es um neue Methoden und innovative Ansätze, mit Veränderung umzugehen. Die Teilnehmer treffen Experten, die ihnen neue Business-Einsichten eröffnen, sie treffen andere Manager aus der ganzen Welt, die ihre Erfahrungen austauschen und ihre Horizonte damit gegenseitig erweitern. Das Hauptziel von Executive Education ist es, zu lernen, über den Tellerrand hinaus zu blicken.

Aber das klingt ganz schön…
… akademisch. Stimmt. Aber lassen Sie mich das an einem Beispiel verdeutlichen. Die Finanzkrise hat gezeigt, dass über viele Jahre hinweg sehr komplexe Produkte auf den Märkten entstanden sind, die der ein oder andere Marktteilnehmer selber nicht mehr richtig verstanden hat. Möglicherweise sollte das eine oder andere Produkt ja auch gar nicht verstanden werden. Neben komplexer Mathematik muss der Leiter eines Handelsraumes auch komplexe Marktzusammenhänge verstehen und vielleicht die Lage einer für ihn fremden Branche in einem anderen Land kennen, nehmen wir als berühmtes Beispiel den Immobilienmarkt in den USA. Jedoch muss er auch die Übersicht über eine ganze Anzahl anderer Einflussfaktoren haben: sagen wir die Ernteerwartungen in Russland, den Trend des Ölpreises, Währungsrisiken und dann auch noch den Klimawandel; und das alles zur gleichen Zeit. Wer kann das schon leisten? Ich übertreibe jetzt vielleicht etwas, aber dennoch gibt es einen ganz offensichtlichen Zusammenhang zwischen den weltweiten politischen und ökonomischen Entwicklungen und der Bewertung der Aktivitäten eines Unternehmens, und das gilt über alle Branchen hinweg. In Executive Education-Programmen lernen die Teilnehmer neue Aspekte ihres Unternehmens kennen und Einflussfaktoren besser zu verstehen und einzuschätzen, die weit entfernt zu sein scheinen, aber doch nah genug sind, um ein Risiko darzustellen.

Sie haben gerade den Begriff „Risiko“ erwähnt – da fahren Sie schwere Geschütze auf!
Zwischen Komplexität und Risiko besteht ein starker Zusammenhang und die Welt wird zukünftig nicht weniger komplex sein. Risikomanagement ist daher besonders wichtig geworden. Indem man Komplexitäten reduziert, kann man Risiken verringern. Aber manchmal kann man Komplexitäten eben nicht verringern und muss ein gewisses Restrisiko managen. Ein guter Teil davon ist das Analysieren und Verstehen des eigenen Unternehmens. Risikomanagement hat nicht nur in Banken und Finanzinstituten enorm an Bedeutung gewonnen, sondern in allen Branchen und Organisationen; und es betrifft bei weitem nicht mehr nur den Risikomanager. Risikomanagement ist zu einer zentralen Querschnittsaufgabe für alle Bereiche geworden.

Gibt es eine Debatte über Risiko, über das Risikobewusstsein und wie man es entwickelt oder verbessert?
Schauen wir uns noch einmal die globale Finanzkrise an: Finanzregulierungsbehörden und Finanzinstitute setzen jetzt weltweit auf Kompetenz als einen entscheidenden Faktor im Risikomanagement. Kompetenz hat dabei zwei Komponenten: Fachwissen und persönliches Verhalten. Die Kompetenz von Marktteilnehmern wird als notwendige Basis für stabile globale Finanzmärkte betrachtet. Und sie setzen wirklich darauf! Einige Regulierer haben mich gefragt, wie man Topmanager dazu motivieren kann, an Trainings teilzunehmen um ihr Wissen zu verbessern oder sich zumindest über Marktentwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Andere führen neue Berufslizenzen ein, die bestimmte Qualifikationen und kontinuierliches Lernen voraussetzen. Da kommen Sie um das Lernen gar nicht mehr rum. Dies sind deutliche Beispiele dafür, dass Finanzregulierer weltweit die Weiterbildung und Qualifikation als essenziellen Teil des Risikomanagements betrachten.

Deutschland ist eine Ingenieur-Nation. Warum sollte zum Beispiel ein Manager aus Indien, der einen Abschluss von einer amerikanischen Universität hat, ein Executive Programm in Deutschland absolvieren?
Die deutsche Wirtschaft ist gut organisiert. Deutsche Unternehmen vieler Branchen sind Weltmarktführer. Jeder kennt deutsche Marken wie Mercedes, Adidas oder Siemens. Jedoch bildet unser Mittelstand, die hunderttausend familiengeführten kleineren und mittleren Unternehmen, das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Viele dieser Unternehmen sind sogar Weltmarktführer in ihrem Markt geworden. Die Großunternehmen und die zahlreichen kaum bekannten kleineren und mittleren Unternehmen bilden zusammen die weltweit berühmte Marke “Made in Germany”. Unser politisches System schafft zudem sehr gute Rahmenbedingungen für die Wirtschaft. Die Demokratie, der Rechtsstaat, eine effektive öffentliche Verwaltung und Infrastruktur sowie das reiche kulturelle Erbe sind die Säulen unserer innovationsgetriebenen Wirtschaft. Unsere Städte gehören zu den Ballungsgebieten mit der weltweit höchsten Lebensqualität. Und auch auf dem Land lässt es sich gut leben. Hinzu kommt, dass Deutschland ein wesentlicher Treiber der Europäischen Union ist. In diesem Kontext findet „Executive Education Made in Germany“ statt. Meiner Ansicht nach ist dies ein hervorragender Rahmen, von dem jeder Manager oder Experte viel lernen kann, ohne dass man gleich am deutschen Wesen genesen muss. Ich glaube einfach, dass wir eine Menge zu bieten haben.


Frankfurt School Campus

Und Sie würden selbstverständlich empfehlen, ein Executive Education-Programm an der Frankfurt School zu absolvieren?
Das versteht sich von selbst! Die Frankfurt School ist eine Business School, die über ein dichtes weltweites Netzwerk verfügt. Hinzu kommt, dass wir einen klaren Fokus auf Banking und Finance legen. Hier haben wir heute eine der größten Fakultäten in Deutschland. Und wir blicken auf eine über fünfzigjährige Geschichte zurück. Die Frankfurt School hat sich zu einer innovativen Plattform für Forschung, Best-Practise Management und Lehre entwickelt. Neben den Executive-Programmen bieten wir Bachelor- und Masterprogramme sowie einen Promotionsstudiengang an. Im Executive Education-Bereich umfasst unser Angebot offene und Inhouse-Programme. Eine besondere Stärke unserer Institution sind die maßgeschneiderten, also individuell auf den Kunden und seine Anforderungen zugeschnittenen Programme. Unser hauseigener Verlag organisiert Konferenzen und Vorträge und wir entwickeln und veröffentlichen unsere eigenen Studienunterlagen und bieten Fernstudiengänge an. Sie sehen, ein umfangreiches Angebot und ich bin absolut der Meinung, dass die Frankfurt School eine hervorragende Wahl für jeden Manager und Experten ist, der den nächsten Schritt auf der Karriereleiter plant.

Andreas Emser verantwortet die internationalen Programme der Executive Education der Frankfurt School.