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Diversity – Modewort oder Erfolgsfaktor?!

Frankfurt am Main. Simone Bagel-Trah an der Frankfurt School

Gestern war Dr. Simone Bagel-Trah zu Gast (auf dem Photo unten mit FS-Präsident Professor Dr. Udo Steffens) an der Frankfurt School of Finance & Management. Die Vorsitzende des Gesellschafterausschusses der Henkel AG & Co. KGaA in Düsseldorf sprach in der Reihe „Frankfurt School im Dialog“ über „Diversity – Modewort oder Erfolgsfaktor?!“. Doch bevor sie sich ihrem eigentlichen Thema widmete, stellte sie kurz die Firma Henkel vor. Ihr Ururgroßvater Fritz Henkel hatte das Unternehmen 1876 gegründet und seine kluge Familien- und Firmenstrategie, so die Referentin, habe die Basis für den Erfolg des Unternehmens gelegt.

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Heute beschäftigt das Unternehmen rund 50.000 Mitarbeiter auf der ganzen Welt. 80 Prozent von ihnen arbeiten außerhalb Deutschlands und 80 Prozent des Umsatzes wird ebenfalls außerhalb Deutschlands erwirtschaftet. Die Produkte sind in den Segmenten „Wasch- /Reinigungsmittel“, „Kosmetik / Körperpflege“ sowie „Adhesives / Technologies“ organisiert.
Die Globalisierung, die weltweite Vernetzung von Menschen und Kulturen, demografische Veränderungen, Migration, eine Vielfalt an persönlichen Lebensentwürfen nannte Simone Bagel-Trah als Gründe, die eine Beschäftigung des Unternehmens mit Diversity, also Vielfalt, unausweichlich machten. Diese Vielfalt zu nutzen sei aber „keine Pflichtübung, sondern ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor“.

An sich sei Vielfalt noch kein Mehrwert; richtig genutzt, könne sie ihn aber entfalten. Simone Bagel-Trah führte aus, dass ein weltweit tätiges Unternehmen Mitarbeiter benötige, die die heterogenen Gewohnheiten, Vorlieben und Bedürfnisse der Kunden kennen und verstehen würden. Während man etwa in Deutschland „Sauberkeit“ mit einem eher zitronigen Geruch verbinde, bevorzugten die Menschen in den Mittelmeerländern Reinigungsmittel, die einen Chlorgeruch hinterließen. Wer dies nicht wisse, könne Produkte in diesen Märkten nicht erfolgreich vermarkten.

Bei Henkel arbeitet man daran, eine Kultur zu schaffen, die die Vielfalt der Mitarbeiter wertschätzt. Hierfür gäbe es verschiedene Projekte, Einrichtungen und Initiativen. Beispielsweise werden Frauen in einem Mentorenprogramm in ihrer Entwicklung zur Führungskraft begleitet und unterstützt. Henkel-eigene Kindertagesstätten mit langen Öffnungszeiten sollen Vätern und Müttern den beruflichen Wiedereinstieg nach der Geburt des Kindes sowie die Kinderbetreuung durch kurze Wege erleichtern. Henkel unterhält auch diverse „Soziale Dienste“, bei denen sich die Mitarbeiter professionelle Hilfe holen können – etwa bei Alkoholmissbrauch in der Familie.

Simone Bagel-Trah betonte ausdrücklich, dass derartige Projekte zwar enorm wichtig seien, aber nicht Kern des Diversity Management bei Henkel darstellten. Diversity würde stattdessen in allen strategischen Entscheidungen mitgedacht. Es sei kein Personalthema. Doch müsse Diversity auch gut gemangt werden, denn es erhöhe die Komplexität. Gleichzeitig steige mit einem guten Diversity-Management auch die Attraktivität als Arbeitgeber – vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und einer damit einher gehenden Knappheit an talentierten Mitarbeitern wesentlich für die Positionierung von Henkel.

In der anschließenden Diskussion mit den Gästen ging es vor allem um eine Frauenquote und ihre Sinnhaftigkeit. Dabei sprach sich Simone Bagel-Trah gegen eine Quote aus. Auch bei Henkel setze man auf Leistung und Qualifikation des Einzelnen. Frauen bräuchten aber sicherlich mehr persönliche Unterstützung und Aufmunterung, verantwortungsvollere Positionen und Aufgaben zu übernehmen als Männer. „Nachhaltiger als eine Quote sind die entsprechende Strukturen sowie der Rahmen, um Frauen zu fördern“, zeigte sich Simone Bagel-Trah überzeugt. Diese wolle man bei Henkel weiter entwickeln.

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Angelika Werner

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Leiterin Unternehmenskommunikation

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