„Folgen Sie Ihrem Stern!“
Frankfurt School legt eigenen Gründerfonds auf
Frankfurt am Main.

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- V.l.n.r.: Professor Dr. Marc Umber, Andreas Horchler, Tom Gothe, Anya Schutzbach, Mehtap Hatipoglu und Wirtschaftsdezernent Markus Frank
Er sei ein „gescheiterter Gründer“ – mit diesem Bekenntnis eröffnete Professor Dr. Michael H. Grote, Vizepräsident Academic Affairs und Professor für Corporate Finance an der Frankfurt School of Finance & Management, die Veranstaltung in der Reihe „Frankfurt School im Dialog“, die am Mittwoch auf dem FS-Campus stattfand. Unter dem Motto „Deutschland ein Gründerland - Frankfurt eine Gründerstadt!?“ diskutierten Wissenschaftler und Unternehmer mit den Gästen über ihre Erfahrungen mit der Selbständigkeit. Wirtschaftsredakteur Andreas Horchler von HR-Info, Medienpartner der Frankfurt School bei „FS im Dialog“, moderierte den Abend in gewohnter Weise kompetent und souverän.

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- Prof. Dr. Michael H. Grote
In seiner Ansprache betonte Professor Grote, dass Scheitern Teil des Unternehmertums sei. Er ermutigte insbesondere die Studierenden im Publikum, eigene Geschäftsideen zu Ende zu denken: „Schreibt Eure Ideen zusammen!“
Die Veranstaltung bildete den Auftakt zahlreicher Projekte und Workshops, mit denen die Frankfurt School Unternehmertum fördern will. Auf Initiative des Frankfurt School-Absolventen Christoph D. Kauter hat die Frankfurter Business School einen eigenen Venture-Capital-Fonds aufgelegt, der Mitglieder der Hochschulgemeinschaft finanziell sowie mit Beratungsexpertise bei Unternehmensgründungen unterstützt: FS VenCube. Christoph D. Kauter stellte den Fonds und die damit verbundenen Services gestern vor und lud Interessierte ein, das Angebot wahrzunehmen.

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- Das Team von FS VenCube: Christoph D. Kauter und Omid Saz (v.l.n.r.)
- Das Team von FS VenCube: Christoph D. Kauter und Omid Saz (v.l.n.r.)
Professor Dr. Marc Umber, Juniorprofessor für Corporate Finance an der Frankfurt School, präsentierte Daten und Fakten zu Unternehmensgründungen: In welchen Branchen finden die Gründungen statt? In welchen Regionen wird besonders häufig und besonders selten gegründet? Wie finanzieren Gründer ihre Unternehmen? Die Präsentation steht rechts zum Download zur Verfügung.

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- Professor Dr. Marc Umber

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- Anya Schutzbach
In einer Gesprächsrunde stellten Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Erfahrungen mit der Selbständigkeit vor. Anya Schutzbach, Geschäftsführerin des Frankfurter Verlags Weissbooks, betonte, dass eine gewisse „Gelenkigkeit“ notwendig ist, um flexibel auf die Geschäftsentwicklung reagieren zu können. Wesentlich für die Verlagsgründung sei auch gewesen, dass diese für sie „sinnstiftend“ sei – entscheidende Voraussetzung, um die langen Arbeitszeiten und die vielen Aufgaben zu bewältigen. Anya Schutzbach betonte auch, dass Frankfurt ein idealer Standort für die Gründung eines literarischen Verlags sei – auch wenn das Flagschiff Suhrkamp nach Berlin umgezogen sei. In der Mainmetropole kämen Geist und Geld zusammen – hier fände man nicht nur Geldgeber für Neugründungen, sondern auch die Netzwerke, die anspruchsvolle Literatur schätzen und fördern würden. In der Hauptstadt hingegen sei es schwierig, finanzielle Ressourcen zu mobilisieren.

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- Mehtap Hatipoglu
Mehtap Hatipoglu ist Geschäftsführerin der Maßschneiderei hatipoglu bespoke, die sie vor zwei Jahren gegründet hat. Sie hat zur Finanzierung ein Gründerdarlehen aus Mitteln des Frankfurter Gründerfonds in Anspruch genommen und betonte, wie hilfreich sie die Beratung durch das ConCap-Team empfand. ConCap Connective Capital ist ein Tochterunternehmen der Frankfurt School, das den Frankfurter Gründerfonds betreut. Das ConCap-Team berät interessierte Gründer und unterstützt sie bei der Erstellung und Überarbeitung der Business-Pläne. Auf die Frage eines Studenten, wie sie persönlich mit den finanziellen Unsicherheiten umgegangen sei, die sich aus einer Selbständigkeit ergeben, erwiderte die studierte Betriebswirtin Mehtap Hatipoglu, dass auch eine Berufstätigkeit im Angestelltenverhältnis mit Unsicherheiten verbunden sei. Eine hundertprozentige Sicherheit im Berufsleben gäbe es nie.
Dritter Unternehmer in der Runde war der Frankfurt School-Absolvent Tom Gothe. Bereits während des Bachelor-Studiums hat er mit Freunden und Familienmitgliedern den Reiseveranstalter artistravel gegründet, der sich auf Kunstreisen spezialisiert. Er bekannte freimütig, dass das Unternehmen noch nicht genug Gewinn erwirtschafte, um davon leben zu können. Deshalb arbeitet er auch parallel im Angestelltenverhältnis. Auch die Frage, wie er Unternehmertum und Studium miteinander in Einklang habe bringen können, beantwortete er offen: Er habe im Studium sicherlich nicht die besten Leistungen abgerufen, da er sich lieber um die Firma gekümmert habe, so Tom Gothe.

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- V.l.n.r.: Mehtap Hatipoglu, Tom Gothe und Anya Schutzbach
Markus Frank, Wirtschaftsdezernent der Stadt Frankfurt am Main, hat selber ein Unternehmen gegründet, bevor er hauptberuflich in die Politik wechselte. So fühlt er sich Gründern in besonderer Weise verpflichtet. Unter anderem hat er den Frankfurter Gründerfonds initiiert. Markus Frank lobte den Einsatz der Frankfurt School für Unternehmertum bei Studierenden. Die Selbständigkeit lade dazu ein, dem „eigenen Stern zu folgen“ – also wirklich die Pläne zu realisieren, hinter denen man ohne Wenn und Aber stehe, so Markus Frank. Außerdem stellte er die unterstützende Infrastruktur der Mainmetropole für Gründer vor. Auch sei Frankfurt eine überschaubare Großstadt, in der man breite Netzwerke knüpfen könne, sich aber dennoch regelmäßig und ohne großen Aufwand verabreden könne. Darüber hinaus seien eine Vielzahl von Branchen in Frankfurt vertreten: Banking und Finance, Logistik, Unternehmensberatung, Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, produzierende Industrie und die Kreativbranche. Diese Vielfalt sei die Basis für ein fruchtbares Wirtschaftsleben. „Gründer folgen ihrem Stern“, betonte Markus Frank wiederholt. „Daraus ergibt sich enorme Energie, die wir in Frankfurt halten wollen!“

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- V.l.n.r.: Klaus Vowinckel, Andreas Horchler und Markus Frank
Auch die nächste Veranstaltung in der Reihe „FS im Dialog“ widmet sich dem Unternehmertum: Am Dienstag, 15. Mai 2012, spricht Fred Jung, Gründer und Mitglied des Vorstands der juwi AG – eines der erfolgreichsten Unternehmen in der Erneuerbare-Energien-Branche – in der Frankfurt School. Ab Mitte April dazu mehr.











