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Frankfurt am Main, 28.11.2014 12:00:00

Am Mittwoch, 26. November 2014, feierte die Frankfurt School of Finance & Management Professor Dr. h.c. Klaus-Peter Müller, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Commerzbank AG, mit einem Symposium. Bei der Sitzung des Stiftungsrates, die am Nachmittag stattgefunden hatte, hatte Klaus-Peter Müller den Vorsitz des Gremiums an Deutsche Bank-Vorstandsmitglied Rainer Neske übergeben. Rainer Neske war bereits im Mai einstimmig zum neuen Vorsitzenden des Gremiums gewählt worden. Außerdem wurde Klaus-Peter Müller am Mittwoch einstimmig zum Ehrenvorsitzenden des Stiftungsrates gewählt.

Für das Symposium standen Fragen zur Diskussion, mit denen sich Klaus-Peter Müller während seines Berufslebens intensiv auseinander gesetzt hatte. Was treibt Entscheider an? Welche Werte und Anreize, welche Ziele sind maßgeblich für unsere Entscheidungen? Redner aus drei großen gesellschaftlichen Sphären, Wirtschaft, Werte, Wissenschaft, waren eingeladen worden, um diese Fragen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten: Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, Professor Dr. Dr. h.c. mult. Dr.-Ing. E.h. Jürgen Mittelstraß, Direktor des Konstanzer Wissenschaftsforums und Vorsitzender des Österreichischen Wissenschaftsrats, und Dr. Ulf M. Schneider, Vorsitzender des Vorstandes, Fresenius SE & Co. KGaA.

Zunächst dankte Professor Dr. Udo Steffens, Präsident der Frankfurt School, seinem langjährigen Wegbegleiter Klaus-Peter Müller im Namen der ganzen Business School für dessen Freundschaft und Unterstützung. „Mit Ihrem fröhlichen Optimismus waren und sind Sie uns ein wertvoller Ratgeber – aber auch ein wichtiger Antreiber. Eine Stimme, die uns dazu aufruft, unser Bestes zu geben und unser Ziel, bis zum Jahr 2020 zu den besten Business Schools in Europa zu gehören, zu erreichen“, so Professor Steffens in seiner Rede.

Professor Dr. Hartmut Kliemt, Professor für Philosophie und Ökonomik und Vizepräsident Forschung der Frankfurt School, übernahm den fachlichen Auftakt des Abends; er stellte die einzelnen Themenkomplexe vor und moderierte die abschließende Diskussionsrunde.

Wirtschaft

Die Wirtschaftsperspektive vertrat Dr. Ulf M. Schneider, Vorstandsvorsitzender von Fresenius; er referierte über „Möglichkeiten und Grenzen finanzieller Anreize. Zu Beginn lobte er, dass so unterschiedliche Blickwinkel Platz in der Diskussion finden würden. Der Mensch sei schließlich von einer essentiellen Vielschichtigkeit geprägt. Deshalb, so erklärte er, seien finanzielle und ideelle Anreize wichtig um beispielsweise Mitarbeiter in einem Unternehmen zu motivieren. „Stärker als Geld motiviert echte Anerkennung durch Menschen, die uns wichtig sind“, so Dr. Ulf Schneider. Diese sei in kleinen Organisationen noch relativ einfach vermittelbar. Je größer ein Unternehmen, desto wichtiger seien interne Regeln und Werte, nach denen dann auch gehandelt würde.

Werte

Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, sprach über „Grundlagen von Entscheidungen“ auf Basis von Werten. Dieser Begriff habe seinem Vernehmen nach in der letzten Zeit in den Unternehmensphilosophien Hochkonjunktur. Nicht zu Unrecht, denn es bestehe ein starker Zusammenhang zwischen betrieblichem Erfolg und Wertekultur eines Unternehmens. Empirische Untersuchungen dokumentierten dies eindrücklich. Diese Werte könnten aber nicht von oben bestimmt, sie müssten im Umgang miteinander und auch von Führungskräften (vor)gelebt werden. Die Gesetze des Marktes dürften dabei nicht die alleinige Basis des Zusammenlebens bilden.

Wissenschaft

Wie die Wissenschaft und speziell die Philosophie auf Entscheidungsprozesse blickt, erläuterte Professor Dr. Jürgen Mittelstraß, in seinem Vortrag „Warum handeln wir wider besseren Wissen?“ Dabei ging er auf unterschiedliche wissenschaftliche Strömungen ein. Er verteidigte den freien Willen und die damit einhergehende Verantwortung der Menschen für eigene Entscheidungen, vor den rein empiriegeleiteten Erkenntnissen der modernen Hirnforschung. „Idealismus ist Pflicht, wenn wir die Welt zum Besseren wandeln wollen“, schloss er seine Ausführungen.

Klaus-Peter Müller bedankte sich im Anschluss bei den Rednern für ihre Einsichten und betonte: „Wir alle brauchen für unser Leben Werte – Leitplanken, die unser Handeln leiten.“ In der abschließenden Gesprächsrunde sprach Professor Kliemt unter anderem folgende Fragen an: Sind Unternehmen ab einem bestimmten Punkt „too big to function“, weil kein gemeinsames Wertesystem mehr vermittelbar ist? Wie gehen wir mit dem Problem der Langzeitverantwortung gegenüber weit nach uns folgenden Generationen um? Welche Probleme entstehen durch die Auslieferung des Individuums gegenüber großen Organisationen?

Nachdem auch die Fragen aus dem Publikum nicht zu kurz gekommen waren, bedankte sich FS-Präsident Steffens bei Rednern und Gästen und lud alle ein, bei einem Empfang das Gehörte weiter zu diskutieren.

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