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Frankfurt am Main, 16.06.2015 12:00:00

Wie viele Haushalte in Deutschland werden in fünf Jahren mit einer Bandbreite von mehr als 50 Mbit pro Sekunde emailen, surfen und streamen? Wie viele werden noch mit weniger als 16 Mbit pro Sekunde zufrieden sein? Und wie viele werden schon 100 Mbit oder mehr nachfragen? Fragen, welche die Telekommunikations- und IT-Branche intensiv beschäftigen. Denn viel hängt an der richtigen Antwort auf derartige Fragen. Einerseits die Umsatzerlöse, die mit Internetzugängen zu erzielen sind, andererseits die Investitionen in beispielsweise Vectoring oder Glasfaser, die zu tätigen sind, um höhere Bandbreiten überhaupt anbieten zu können. Ralf Pfitzer und Fabio Squillante aus dem Bereich Marketing Intelligence der Deutsche Telekom AG beschäftigen sich tagtäglich mit Fragen dieser Art. Und sie nutzen zunehmend Business-Dynamics-Simulationsmodelle, um plausible Szenarien erzeugen und belastbare Prognosen erstellen zu können.

Das Angebot von Professor Dr. Jürgen Strohhecker, Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, Produktionswirtschaft und Controlling an der Frankfurt School of Finance & Management, diese Fragen den Master-Studierenden des Wahlkurses „Business Dynamics“ als praxisnahe Fallstudie zu stellen, fiel daher auf fruchtbaren Boden. Die Praxis-Wissenschaftskooperation „Deutsche Telekom @ Frankfurt School“ war geboren. Am 27. März 2015 fiel der Startschuss: 18 Studierende nahmen den Auftrag entgegen, mit einem Business-Dynamics-Modell die Entwicklung der Nachfrage nach Internetzugängen unterschiedlicher Bandbreite bis zum Jahr 2019 vorherzusagen. Ausgestattet mit Vergangenheitsdaten seit 2007 und vielen hilfreichen Informationen zu den zentralen Einflussfaktoren auf das Kundenverhalten, legten die drei studentischen Teams los. Sie recherchierten, modellierten, simulierten, testeten und analysierten – vier Wochen lang. Dann stellten Sie Ihre Resultate vor.

Ralf Pfitzer zeigte sich beeindruckt: „Es ist erstaunlich, wie gut sich die Studenten in der kurzen Zeit in die Materie eingearbeitet haben. Die Präsentationen waren sehr professionell, die Modelle wohldurchdacht und die Ergebnisse plausibel.“ Auch Professor Strohhecker war zufrieden mit der Arbeit der studentischen Teams: „Es ist zwar eine große Herausforderung, bereits am Ende eines Einführungskurses in Business Dynamics eine praxisrelevante Fragestellung zu bearbeiten. Aber die Studierenden haben auch dieses Jahr wieder bewiesen, dass gute Ergebnisse möglich sind.“

Björn Nessmann, Student des Master in Management, empfiehlt, das Konzept der Praxisfallstudien beizubehalten:„Es war sehr interessant, an einem aktuellen und relevanten Thema aus der Praxis zu arbeiten. Der Telekom zu helfen, hat uns viel mehr motiviert als eine der ansonsten üblichen theoretischen Fälle zu bearbeiten und zu lösen.“ Und er ergänzt: „Besonders gut hat mir gefallen, dass uns die Mitarbeiter der Telekom einen tiefen Einblick in ihre Arbeit gegeben haben; es war sehr lehr- und aufschlussreich zu erfahren, wie sie anspruchsvolle dynamische Fragestellungen angehen.“

Alexander Kirsch, der im Master of International Business studiert, stimmt zu und meint: „Es war anstrengend und nicht immer ganz einfach, das zuvor Erlernte auf die Fragestellung der Telekom anzuwenden. Aber das Modellieren und Simulieren hat Spaß gemacht und die Arbeit an einer Aufgabe aus der Praxis war sehr lehrreich.“ Ihr Kommilitone Matthias Lehnen betont die gute Betreuung durch Professor und Unternehmen und freut sich über die vielen Freiheiten, die den studentischen Teams bei ihrer Arbeit gewährt wurden. Insbesondere die Arbeit an einer „tatsächlich vorliegenden Problemstellung, die aber zu keinem Zeitpunkt durch firmenspezifische Vorgaben eingeschränkt wurde, sondern auf eine Simulation der Gesamtmarktsicht abzielte", machte für ihn das Projekt zu einem Erfolg.

Professor Strohhecker, der dieses Jahr Präsident der System Dynamics Society ist, unterrichtet seit vielen Jahren Business Dynamics an der Frankfurt School. Computergestützt lassen sich mit diesem Ansatz dynamische Herausforderungen aller Art modellieren, simulieren und analysieren. Nicht immer liegt der Schwerpunkt – wie in diesem Jahr in der Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom – auf dem Prognostizieren, das heißt, auf der Erstellung von Zukunftsszenarien. Häufig kommen noch die Entwicklung und Bewertung von Strategiealternativen hinzu. Business-Dynamics-Simulationen dienen dazu, Transparenz zu schaffen; die Konsequenzen unterschiedlicher Strategien in verschiedenen Szenarien werden ex ante „erlebbar“. Dadurch sind bessere unternehmerische Entscheidungen und höherer Unternehmenserfolg möglich.

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