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Frankfurt am Main, 14.03.2017 12:00:00

Am Donnerstag, 9. März 2017, präsentierte der M&A Club den ersten Tax & Law Talk zum Thema FinTech an der Frankfurt School of Finance & Management. Durch die Veranstaltung führte Professor Dr. Christoph Schalast, Professor für Mergers & Acquisitions, Wirtschafts- und Europarecht und Akademischer Direktor des Masters of Mergers & Acquistition an der Frankfurt School. Im Zentrum der Veranstaltung stand die Keynote „FinTech – Fast erwachsen und schon reif für die Konsolidierung?“ von Daniel Drummer, Vice President FinTech einer großen internationalen Bank sowie Absolvent des Masters of Mergers & Acquisitions an der Frankfurt School.

Weitere Teilnehmer des anschließenden Experten-Panels waren Dr. Tim Thabe, CEO von creditshelf, Dr. Jochen Biedermann, Senior Advisor bei Frankfurt Main Finance e.V., und Lukas Jaworski, Director bei Hering Schuppener Berlin.

Trotz Finanzkrise: Kunden vertrauen weiterhin Banken und Sparkassen

Einleitend gab Daniel Drummer einen Überblick, inwiefern Technologien wie Blockchain oder Artificial Intelligence in Zukunft das Bankgeschäft verändern werden. Nur über ‚Disruption‘ der Banken durch FinTech-Wettbewerber zu sprechen, sei dabei jedoch nicht der richtige Ansatz: „In mancher öffentlichen Diskussion kann man den Eindruck gewinnen, dass Banken in nicht so ferner Zukunft überflüssig würden. Banken haben zwar manchen Aufholbedarf, sind in vieler Hinsicht aber immer noch sehr gut aufgestellt. Ich sage: beide Seiten können und sollten voneinander profitieren“.

Um im Zeitalter der Digitalisierung auf die Bedürfnisse der Kunden angemessen vorbereitet zu sein, investieren Banken jährlich viele Milliarden Euro in neue Technologien. Dabei setzen einige Banken auch auf Know-how von außen: „Gemeinsam mit meinem Team spreche ich mit vielen Start-ups. Auch wenn wir viel in unsere eigene Technologie investieren und reichlich Kapazitäten sowie Kompetenzen besitzen – wir sind immer auf der Suche nach Partnerschaften und Investments. Es ist nicht unser Ziel alles selbst zu entwickeln. Ich glaube: FinTechs und Banken werden in Zukunft immer stärker zusammenarbeiten – nicht gegeneinander“.

„Auch wenn wir seit 2013 Zeit hatten aufzuholen und die Banken insbesondere beim Thema Cyber-Security mittlerweile viel stärker zusammenarbeiten – Input von außen ist wichtig um sich veränderten Bedürfnissen anzupassen. Da es für Banken schwierig ist die besten IT-Talente zu gewinnen, sind Kooperationen mit FinTechs unausweichlich“, so der FS-Alumnus

Experten-Panel: Konsolidierung statt Wachablösung

Dr. Tim Thabe, der vor seiner Tätigkeit als Gründer des FinTech-Unternehmens creditshelf über zehn Jahre lang für UBS und Goldman Sachs arbeitete, hob in der anschließenden Podiumsdiskussion ebenfalls hervor, dass die neuen Start-ups und traditionelle Kreditinstitute verstärkt miteinander arbeiten sollten: „In den etablierten Instituten verläuft die Umsetzung von Digitalstrategien häufig nicht schnell genug. Das ist bei uns anders – durch weniger Bürokratie und unseren Gründergeist werden wir die Finanzindustrie verändern. Dennoch: Wir suchen aktiv die Partnerschaft mit Bankkonzernen“.

Dr. Jochen Biedermann betonte, dass die FinTech-Euphorie auf dem asiatischen Markt, in Ländern wie China, Indonesien und Malaysia, noch wesentlich stärker als in Europa ausgeprägt sei und viele dort ansässige FinTechs spannende Kooperationsmöglichkeiten böten.

Lukas Jaworwski, der bei Hering Schuppener Mandanten dabei hilft, Kapitalmarkttransaktionen erfolgreich abzuschließen, erklärte, dass mittlerweile fast eine gegenseitige Abhängigkeit bestünde, da sowohl FinTechs als auch Bankinstitute über individuelle Kernkompetenzen verfügten, auf die beide Seiten zur Zeit nur schwer verzichten könnten.

Auf die abschließende Frage von Professor Schalast, ob die Finanz-Start-ups mittlerweile erwachsen seien, waren sich am Ende der Veranstaltung alle einig: Die Entwicklung und Auswirkung von FinTech-Unternehmen auf die traditionelle Finanzindustrie sei noch nicht am Ende. Eine Revolution gebe es aber noch lange nicht.

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