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Frankfurt am Main, 22.09.2014 01:00:00

Im Rahmen unseres Forschungsprojekts „Cashless payments in the age of mobility and ubiquity“ hat das ProcessLab am 3.9. einen Roundtable veanstaltet. Mehrere Forscher des Department für IT Management der renommierten Copenhagen Business School stellten Studien zum bargeldlosen Bezahlen vor. Daran schlossen sich Beiträge von Marcus W. Mosen, COO der ConCardis GmbH, und Jakob Schreyer, CEO der Orderbird AG, an, die Konzepte aus praktischer Sicht vorstellten. Diese unterschiedlichen Perspektiven zu diskutieren, war hochspannend und verlief durchaus kontrovers. Dazu trugen auch Diskussionsbeiträge weiterer Experten aus dem deutschen Payment-Bereich bei, die wir zu dem Roundtable eingeladen hatten.

Einige der Ergebnisse der Roundtable-Diskussion zur Zukunft des bargeldlosen Bezahlens sind:

  • Es ist schwierig, Systeme der bargeldlosen Zahlung, die in bestimmten Märkten funktionieren (z.B. in Norwegen, Dänemark, Schweden), in Deutschland oder anderen europäischen Ländern zu replizieren. Auch in den skandinavischen Ländern sind die Systeme völlig unterschiedlich.
  • Innovationen müssen sich mehr an den Konsumenten ausrichten. Insbesondere sollte mehr Wert auf den Kontext der Bezahlung gelegt werden. Wo, wann und wieviel die Konsumenten bezahlen, aber auch was sie kaufen, sind Aspekte, die die Wahl der Bezahlmethode beeinflussen.
  • Es muss mehr Wert auf ein nachhaltiges Geschäftsmodell bei innovativen Zahlungssystemen gelegt werden. Neue Technologien und Prozessideen sichern noch keinen ausreichenden Gewinn und damit keine dauerhafte Etablierung am Markt.
  • Es wird von allen Teilnehmern erwartet, dass die Gebühren für Zahlungsabwicklungen immer weiter sinken werden (nach Meinung von Prof. Dr. Daamsgard auf null). Dementsprechend kann neuer Gewinn nur durch andere Dienstleistungen generiert werden – vermutlich durch intelligente Auswertung von Umsätzen inkl. Dienstleistungen für Payback-Schemes.
  • Kurzfristig (und wohl auch langfristig) ist die Koexistenz von verschiedenen Bezahlsystemen zu erwarten. Händler benötigen daher große Flexibilität. Die Zeit proprietärer Zahlungsterminals geht damit ebenfalls zu Ende.
  • Die Teilnehmer erwarten nicht, dass von Bankenseite wesentliche Innovationen im mobilen bzw. bargeldlosen Zahlungsverkehr kommen werden. Als Gründe dafür wurden die strikte Trennung in die drei Bankengruppen sowie zu geringe Durchsetzungsfähigkeit und fehlender Einigungswille auf der Verbandsebene gesehen.
  • Bei Bargeldzahlungen spielen auch emotionale Aspekte eine Rolle (z.B. Bezahlen bei einem Barbesuch). Diese Aspekte sind Teil der ablaufenden Kundenprozesse. Insofern ist davon auszugehen, dass die Nutzung von Bargeld und damit auch Strukturen der Bargeldzahlung noch lange bestehen bleiben. Dies gilt zumindest für die nichtskandinavischen Länder.

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