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1996 erlangte Ralph-Peter Wirtz seinen Abschluss als Diplom Betriebswirt an der Frankfurt School. Somit ist er Absolvent der ersten Stunde. 21 Jahre arbeitete er unter anderem bei den Wertpapierdiensten und im Bereich E-Commerce/Transaction Banking der Deutschen Bank. 2011 wechselte er zur Fink Schuhe + Sport GmbH & Co. KG. Hier ist er seit 2012 als Geschäftsführer tätig.

Sie sind Mitglied der Geschäftsführung des Wiesbadener Traditions-Familienunternehmens Fink Schuhe + Sport GmbH & Co. KG. Was ist Ihre Lieblingssportart?

Schwimmen und Wandern – es ist mir wichtig, immer zu wissen, wo das nächste Schwimmbad ist. Sport ist ein guter Ausgleich zu den Belastungen des Arbeits- oder auch Studienalltags. Auch wenn die Zeit oft knapp ist, versuche ich es einzurichten.

Sie haben Ihr Studium an der Frankfurt School 1992 aufgenommen. Was hat Sie dazu bewogen, hier zu studieren?

Die Möglichkeit Beruf und Studium zu verbinden, hat mich begeistert. Außerdem habe ich es sehr genossen, mit Gleichgesinnten Fächer wie BWL und VWL zu vertiefen. Die Freizeit wurde durch diese Doppelbelastung natürlich weniger – ich habe drei Tage in der Woche in Karlsruhe gearbeitet und die restliche Zeit in Frankfurt studiert. Zum Glück konnte ich während der Zeit an der Hochschule bei meinen Eltern in der Nähe von Frankfurt wohnen und musste nicht täglich pendeln. So haben die Kombination von Studium und Beruf sowie der regelmäßige Ortswechsel zwischen Karlsruhe und Frankfurt sehr gut geklappt. Besonders schön war es, dass wir Studenten alle auf der gleichen Wellenlänge waren und einen ähnlichen Erfahrungshorizont hatten. Das hat zusammen geschweißt – bis heute.

Was hat Ihnen im Studium besonders gut gefallen? Was ist Ihre schönste Erinnerung an die Studienzeit?

Gemeinschaft wurde bei uns groß geschrieben. Wir Studenten waren keine Einzelkämpfer, sondern haben wirklich gut im Team zusammengearbeitet. Es gehörte einfach dazu, sich auch nach den Vorlesungen in der Bibliothek oder privat zu treffen, um zu lernen. Manchmal sind schwierige Aufgaben relativ einfach, wenn man sie gemeinsam angeht – das ist eine wunderbare Erfahrung gewesen, die mir auch beruflich sehr weitergeholfen hat.
Meine schönste Erinnerung an die Studienzeit ist unser Segeltörn in Holland nach dem Vordiplom. Wir sind mit einem Segelboot durch die Kanäle gefahren und durchs Wattenmeer gelaufen. Dabei haben uns die Pet Shop Boys mit „Go West“ begleitet. Heute noch denke ich jedes Mal gerne an unseren Törn zurück, wenn ich diesen Song höre.

Welche Bedeutung haben Alumni für eine Hochschule?

Alumni repräsentieren die Hochschule auch nach dem Abschluss und sind in diesem Sinne ihre Botschafter. Als Berufstätige können Absolventen die Hochschule in ihren Unternehmen bekannt machen und junge Leute für ein Studium begeistern. Absolventen stehen für den Dialog zwischen Arbeitswelt und Hochschule. Am Beispiel der Aktion „Raum Schaffen“ aus dem Jahr 2007 sieht man außerdem, dass Absolventen über Spenden der Hochschule etwas zurückgeben können.

Inwiefern hat Sie das Studium auf die Anforderungen Ihres heutigen Jobs vorbereitet? Was war besonders nützlich?

Neben dem fachlichen Wissen waren dies sicherlich Selbstorganisation, Arbeiten mit EDV und vor allem Teamwork. Bei der Deutschen Bank stand Teamarbeit auf der Tagesordnung, da war es super, dass ich durch meine Erfahrungen im Studium bereits wusste, wie man mit anderen produktiv zusammenarbeitet. Heute hat sich meine Rolle etwas verändert – ich muss als Mitglied der Geschäftsführung versuchen, andere Teams zusammenzuschweißen. Ich versuche meinen Mitarbeitern zu vermitteln, dass wir an einem gemeinschaftlichen Ziel arbeiten.

Was gefällt Ihnen an Ihrem jetzigen Job besonders gut und was ist nicht so toll?

Das Persönliche und Familiäre gefallen mir besonders gut. In unserer Zentrale kennt man sich und hat die Chance, eine Beziehung aufzubauen. In einer großen Organisation ist das kaum möglich – dort tauscht man häufig lediglich Mails aus, telefoniert und sieht sich vielleicht einmal bei Workshops. Persönliche Kontakte aufzubauen ist schwieriger. Trotzdem möchte ich meine Erfahrungen, die ich in der Deutschen Bank in großen internationalen Teams gesammelt habe nicht missen. Auch dort herrschte ein besonderer Teamspirit und ich erinnere mich gerne daran zurück.
Als eine besondere Herausforderung in meiner heutigen Tätigkeit sehe ich das Generalistische. Bei der Deutschen Bank hatte ich mein Spezialgebiet. Bei Fink Schuhe + Sport hingegen muss ich häufig schnell Lösungen für immer neue, unterschiedliche Aufgaben finden. Der Wechsel vom Bankgewerbe in den Einzelhandel war spannend – sich den entsprechenden Erfahrungshorizont anzueignen, braucht natürlich Zeit.

Sind Sie heute da, wo Sie als Student hin wollten?

Ich wollte in eine Führungsposition. Eigentlich hatte ich mir meinen Karriereweg in einer Bank vorgestellt, aber dann hat mich der Ruf des Familienunternehmens ereilt. Meine Karriere hat dadurch eine etwas andere Wendung genommen, aber ich bin sehr zufrieden.

Was ist Ihr Lebensmotto?

Immer voran gehen und neugierig sein – Chancen nutzen, die sich bieten, um den persönlichen Erfahrungshorizont zu erweitern.

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