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Gründer, Geschäftsführer, Familienunternehmer und Prüfungsassistent bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft – Tom Teja Gothe hat eine vielseitige Vita. Darin spielen Unternehmergeist, Familiensinn und Freundschaften eine ebenso große Rolle wie Genauigkeit, Struktur und Zahlen.

Seit April 2014 arbeitet er in der Bochumer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, die sein Urgroßvater 1936 gründete. Damit setzt er die Familientradition in der vierten Generation fort. „Es war mir schon recht früh klar, dass ich irgendwann ins Familienunternehmen einsteigen wollte. Deshalb habe ich auch während meines Master Studiums an der Frankfurt School bei KPMG als Werkstudent gearbeitet und zuvor mehrere Praktika bei den Big Four absolviert“, erklärt Tom Gothe. 2011 schloss er seinen Master of Finance erfolgreich ab.

Allerdings nutzte er sein Studium nicht nur, um sich auf die Welt der Wirtschaftsprüfung vorzubereiten. Vielmehr nutzte er die Gelegenheit auch, um Start-up Kultur zu erleben. Denn mit gerade mal 23 Jahren wurde Tom Teja Gothe Mitgründer und Geschäftsführer einer eigenen Firma, der art & friends GmbH & Co. KG. Unter dem Namen artistravel führt das Unternehmen Reisen mit integrierten Kunst- und Fotografiekursen durch. „Mein Vater hatte die Idee ungefähr zu dem Zeitpunkt, als ich an der Frankfurt School anfing. Unsere Familie beriet sich, ob man so ein Unternehmen an den Markt bringen könnte. Mein Vater meinte, als Student hätte ich doch mehr Zeit als er und wenn man schon an einer Business School studierte, dann könne man ja auch einen Business Plan schreiben und die Theorie durchdenken“, so Tom Gothe

Einen Business Plan hatte er zwar auch noch nie aufgestellt. Doch die Inhalte des Studiums halfen und flossen unmittelbar in das Projekt „artistravel“ ein. „Worauf muss bei der Gründung rechtlich geachtet werden, wie erstellt man eine Planerfolgsrechnung und welche Tools aus dem Controlling können auch für ein Start-up sinnvoll sein? Natürlich war auch die Buchhaltung von Anfang an wichtig, aber erst jetzt merke ich wie umfangreich und schwierig das alles war. Zum Glück half es bei einigen Vorlesungen Fragen durch Professoren beantwortet zu bekommen, die wir dann als Grundlage für unser eigenes Projekt nutzten“, erinnert er sich.

Das Gründerteam, umfasste neben Toms Familie, einer engen Freundin, Katja Siwek, auch noch einen weiteren Freund: Christoph Menke. „Wir sind schon seit der Schulzeit eng befreundet und er ist glücklicherweise nicht nur ein IT Ass, sondern auch jemand der lösungsorientiert ist und dabei viele geniale Ideen beisteuert“, erzählt Tom Gothe
Denn auf die IT-Struktur haben die Studi-Gründer von Anfang an viel Wert gelegt: „Das Datenmanagement und die Kundenverwaltung hatte bei uns immer eine hohe Priorität damit wir zufriedene Kunden bei schlanken Prozessen haben. Diese Basisarbeit hilft uns bis heute. Im ersten Jahr hatten wir um die 100 Kunden in unseren Kursen, heute sind es deutlich über 1.000, die jedes Jahr mit uns verreisen.“

Doch vor den ersten 100 Kunden, musste einiges geschehen. Tom Gothe und sein Team schrieben 2009 den Business Plan und reichten ihn anschließend bei Gründerwettbewerben ein. Der Einsatz in Wochenend- und Nachtschichten zahlte sich aus. Im Frühjahr 2010 gewann „artistravel“ beim Wettbewerb „Senkrechtstarter“ den zweiten Platz.
„Neben den inhaltlichen Aspekten hat sicherlich auch die Art des Studiums an der FS geholfen“, erläutert Tom Gothe. „Man hält sehr viele Präsentationen und das hilft ungemein, wenn es darum geht, seine Ideen deutlich und überzeugend vorzutragen. Darauf kam es bei dem Wettbewerb neben einem belastbaren Zahlenwerk ganz wesentlich an.“

Die gewonnene Anschubfinanzierung gab Sicherheit und Selbstbewusstsein. Aus einigen Kursen – als Testballon – wurden, nachdem diese gut liefen, schnell viele Kurse. Nach dem Geheimnis des Erfolgs gefragt, denkt Tom Teja Gothe kurz nach. „Es gibt natürlich viele Faktoren. Doch wenn ich nur einen benennen sollte, dann wäre das das super Team“.

Darüber hinaus hat er auch die Abschlussarbeit genutzt, um sein Wissen für das eigene Geschäftsmodell zu erweitern. „Ich wollte ein Thema bearbeiten, dass ich mit unserem Unternehmen in Verbindung bringen könnte. Im Marketing Department bei Professor Georgi (heute Universität Luzern, Anm. d. Red.) war ich genau richtig. Dort habe ich den Nutzen von Kunden-werben-Kunden Aktionen am Beispiel unserer eigenen Daten untersucht: ,The effectiveness of cutomer reffereal reward programs‘, Das Ergebnis damals war ziemlich überraschend. Unsere Kunden fühlten sich keineswegs durch die Bonusprämien dazu verleitet, weitere Kunden anzuwerben. Im Gegenteil: Mitunter waren sie regelrecht beleidigt, dass sie für die Empfehlung bezahlt werden sollten. Die Masterarbeit hatte also einen direkten Einfluss auf unsere Marketingstrategie“, fasst Tom Gothe zusammen.

Im Anschluss an den FS Master of Finance und als junger Familien-Start-Up-Unternehmer, bewarb sich Tom zunächst bei einem anderen, weitaus größeren Unternehmen: Kamps. Für die Bäckereikette realisierte er die erste Filialeröffnung im Ausland (London): „Dort arbeitete ich als Assistent der Geschäftsführung und war als Projektmanager für die Eröffnung zweier Filialen in London verantwortlich. Nach all den Jahren als Praktikant und Werkstudent bei KPMG hatte ich den Eindruck, auch mal eine andere Erfahrung zu brauchen.“ Lehrreiche Erfahrungen habe er bei Kamps jede Menge gesammelt, insbesondere in Punkto Managementqualitäten. „Eine der größten Herausforderung war es sicherlich, ganz unterschiedliche Mitarbeiter und Beteiligte von Prozessveränderungen zu überzeugen. Es ist ja gut und schön, wenn man sich etwas überlegt, berechnet und denkt, dass es so besser ist. Wirksam wird es aber erst, wenn man andere dazu bringt, es auch umzusetzen egal wie undurchführbar es erscheint. Anfangs war ich dort mit Sicherheit etwas ‚grün hinter den Ohren‘ aber es hat letztendlich funktioniert“ gibt er zu.

Themen umsetzen, so räumt Tom ein, geht im kleinen Team von artistravel doch wesentlich schneller. So hat er sich nach den Lehrjahren bei Kamps auch entschieden, vollständig in die Familienunternehmen einzusteigen – als Prüfungsassistent in die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft seines Urgroßvaters und fortdauernd in seiner Geschäftsführerrolle bei „artistravel“.

Nach Frankfurt kommt er jedoch immer noch ab und zu. Erstens, weil sein guter Freund und Geschäftspartner Christoph Menke hier wohnt. Und zweitens, weil er die Angebote und Anfragen des Frankfurt School Alumni Managements wahrnimmt. So hielt er beim letzten Bachelor Day eine Welcome Speech, worin er über seinen Einstieg ins Berufsleben und die Selbständigkeit sprach. Bei der FS President’s Night schätzte er den Austausch mit Professoren und anderen Alumni und beteiligte sich an einer Spendenaktion für den neuen Campus: „Alumniarbeit ist für mich die Möglichkeit mich mit spannenden und klugen Menschen auszutauschen um meinen Horizont zu erweitern. Außerdem hat man mit FSlern auch jede Menge Spaß!“

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