Große Banken sehen sich erheblichen unerwarteten Risiken aus Immobilienkrediten ausgesetzt.

31. Mai 2024Menschen
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Die Studie beleuchtet die erheblichen Risiken, die sich aus Kreditlinien von Banken an Nichtbanken-Finanzintermediäre (NBFIs) ergeben – insbesondere an Real Estate Investment Trusts (REITs), die in gewerbliche Immobilien (Commercial Real Estate, CRE) investieren.

Große Banken sind über Kreditlinien an REITs erheblichen indirekten Risiken ausgesetzt, während kleine und mittelgroße Banken direkt über langfristige Kredite (Term Loans) im CRE-Sektor engagiert sind.

Die Forschenden betonen, dass Regulierungsbehörden und politische Entscheidungsträger diese indirekten Risiken berücksichtigen müssen, wenn sie die Stabilität und Widerstandsfähigkeit großer Banken bewerten.

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass große Banken erheblichen und bislang unterschätzten Risiken ausgesetzt sind, wenn es um Kredite an Unternehmen wie Real Estate Investment Trusts (REITs) geht, die in gewerbliche Immobilien investieren.

Die Forschenden weisen darauf hin, dass diese Kreditlinien bei Bank-Stresstests häufig nicht ausreichend berücksichtigt werden. Dadurch unterschätzen Banken die Auswirkungen dieser Kreditlinien und setzen sich möglicherweise einem erheblichen Instabilitätsrisiko aus, da sie diese Risiken nicht angemessen testen.

Das Papier mit dem Titel „Shadow Always Touches the Feet: Implications of Bank Credit Lines to Non-Bank Financial Intermediaries“ wurde von Viral V. Acharya (NYU Stern School of Business), Manasa Gopal (Georgia Institute of Technology) sowie Maximilian Jäger und Sascha Steffen (beide Frankfurt School of Finance & Management) verfasst.

Die Ergebnisse zeigen, dass REITs Kreditlinien von Banken stärker nutzen als andere Unternehmen. Diese hohe Inanspruchnahme steht in engem Zusammenhang mit der Entwicklung der zugrunde liegenden Immobilienwerte – insbesondere in wirtschaftlichen Abschwungphasen, wie nach der COVID-19-Pandemie oder bei steigenden Zinsen. In solchen Zeiten greifen REITs verstärkt auf Kreditlinien zurück, um ihren Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und Verluste auszugleichen. Dies verdeutlicht das erhebliche Risiko für große Banken, die in diesen Stressphasen selbst finanziell unter Druck geraten.

Diese unzureichende Berücksichtigung kann dazu führen, dass die tatsächlichen Risiken von Banken im Zusammenhang mit gewerblichen Immobilien deutlich unterschätzt werden. Um dem entgegenzuwirken, schlagen die Autoren eine Methodik vor, mit der diese indirekten Risiken in bankaufsichtliche Kapital-Stresstests integriert werden können. Dadurch soll eine präzisere und umfassendere Bewertung der Risiken großer Banken ermöglicht werden.

„Diese Studie zeigt die erheblichen, jedoch häufig übersehenen Risiken auf, die sich aus Kreditlinien von Banken an Nichtbanken-Finanzintermediäre – insbesondere an REITs im Bereich gewerblicher Immobilien – ergeben“, sagt Sascha Steffen, DWS Senior Chair in Finance und Professor für Finance an der Frankfurt School. „Indem wir die erhöhte Inanspruchnahme dieser Kreditlinien in wirtschaftlichen Stressphasen hervorheben und neue Methoden für Stresstests vorschlagen, unterstreichen wir die Notwendigkeit, dass Regulierungsbehörden und politische Entscheidungsträger diese indirekten Risiken berücksichtigen. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass ohne diese Einbeziehung die systemischen Risiken für große Banken und den gesamten Finanzsektor erheblich unterschätzt werden.“

Die Studie betont die Notwendigkeit, diese indirekten Risiken bei der Bewertung der Stabilität und Widerstandsfähigkeit großer Banken einzubeziehen. Durch die Berücksichtigung des Kreditlinien-Kanals könne ein genaueres Bild der systemischen Risiken im Zusammenhang mit dem CRE-Markt gewonnen werden, so die Forschenden.

Den vollständigen Bericht finden Sie hier.

Nicole Clos

Managerin Unternehmenskommunikation
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Nicole Clos