Climate change impact on global trade

16. Oktober 2024Menschen
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Forscher der Frankfurt School veröffentlichen gemeinsam mit weiteren Forschungseinrichtungen ein Policy Brief
Drei Empfehlungen, wie die G20 die globale Wirtschaft widerstandsfähiger machen kann
Policy Brief auf der T20 Brasilien Midterm Conference in Rio de Janeiro vorgestellt

In einem Policy Brief fordert ein Zusammenschluss von Forschern der Frankfurt School of Finance & Management gemeinsam mit weiteren führenden Forschungseinrichtungen in Europa die G20-Staaten dazu auf, der Erhebung und dem Management granularer Daten zu Liefernetzwerken Priorität einzuräumen. Dieser entscheidende Schritt ist notwendig, um die zunehmenden Risiken des Klimawandels für globale Lieferketten zu bewältigen. Der Policy Brief mit dem Titel „A Call for Granular Supply Network Data for Navigating the Climate Transition“ wurde am 7. Oktober von der T20 unter der brasilianischen G20-Präsidentschaft veröffentlicht. Die T20 ist eine Engagement-Gruppe, die aus Think Tanks und Forschungszentren der G20-Mitgliedstaaten, Gastländer und Organisationen besteht.

Jüngste Krisen wie die COVID-19-Pandemie und Störungen wichtiger Handelsrouten haben die Verwundbarkeit internationaler Lieferketten deutlich gemacht, die sich durch die zunehmenden Auswirkungen der globalen Erwärmung weiter verschärfen dürfte. Der Klimawandel stellt erhebliche Herausforderungen für Lieferketten dar und betrifft sowohl Produktionsstandorte als auch Transportinfrastruktur. Unterbrechungen durch Naturkatastrophen, Ressourcenknappheit und regulatorische Veränderungen können sich entlang des gesamten Liefernetzwerks ausbreiten und erhebliche wirtschaftliche und soziale Kosten verursachen. Der Policy Brief unterstreicht daher die Notwendigkeit umfassender Daten, um Klimarisiken in Liefernetzwerken zu identifizieren, zu quantifizieren und zu steuern.

Drei Empfehlungen:

Die Forschenden identifizieren drei zentrale Maßnahmen, mit denen die G20 die Widerstandsfähigkeit der globalen Wirtschaft stärken kann:

  1. Umfassende Kartierung nationaler Liefernetzwerke:
    Die G20-Staaten sollten eine detaillierte Erfassung ihrer nationalen Liefernetzwerke auf Basis bestehender Datensätze, wie Mehrwertsteuer- und Zahlungsflussdaten, initiieren. Ziel ist es, die lokale Resilienz gegenüber klimabedingten Störungen zu erhöhen.
  2. Institutioneller Rahmen für internationale Zusammenarbeit:
    Die G20 sollte eine Struktur schaffen, um globale Risiken in Liefernetzwerken zu quantifizieren, zu überwachen und zu identifizieren. Nationale Datensätze allein reichen nicht aus, daher ist der schrittweise Aufbau einer zusammenhängenden globalen Liefernetzwerkkarte erforderlich.
  3. Nutzung der Daten zur Stärkung der Resilienz:
    Die gesammelten Daten sollten genutzt werden, um die Widerstandsfähigkeit globaler Liefernetzwerke gegenüber dem Klimawandel zu erhöhen. Dazu gehört insbesondere eine bessere Planung von Anpassungs- und Minderungsstrategien, vor allem für kritische und essenzielle Güter und Dienstleistungen.

„Der Policy Brief unterstreicht die entscheidende Notwendigkeit, dass die G20 eine führende Rolle bei der Überwindung des aktuellen Mangels an granularen Lieferkettendaten einnimmt. Dadurch können Länder ihre wirtschaftliche Planung verbessern, ihre Resilienz stärken und einen reibungsloseren Übergang zu einer nachhaltigen und klimaresilienten Wirtschaft gewährleisten“, sagt Mathilde Bossut, Forscherin am Frankfurt School UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance.

Der Policy Brief ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von Experten der Frankfurt School of Finance & Management, des Complexity Science Hub Vienna, der Wirtschaftsuniversität Wien, des DIW Berlin sowie des ETH-Lehrstuhls für Wetter- und Klimarisiken.

Weitere Informationen sowie den vollständigen Policy Brief finden Sie hier.

Mathilde Bossut

Researcher
Modern Frankfurt School building with glass entrance and landscaped green lawn.