call download fax letter pdf search x chevron
Stage Image

Frankfurt am Main, 12.06.2020 12:00:00

Wie lassen sich die bereits vorhandenen Daten zur Corona-Krise nutzen, um einer möglichen zweiten Ausbruchswelle effektive Maßnahmen entgegenzusetzen? Diese Frage gewinnt angesichts der Sorge vor einem erneuten massiven Ausbruch von Covid-19 in Deutschland an Bedeutung.

Da schwere Verläufe des Virus oft eine Behandlung auf der Intensivstation bedingen, kommt dem Ausbau der intensivmedizinischen Bettenzahl eine besondere Stellung zu. Nach Berechnungen von Prof. Dr. Dr. Afschin Gandjour, Professor für Health Management an der Frankfurt School of Finance & Management, belaufen sich die Kosten für eine kurzfristige Erweiterung der intensivmedizinischen Kapazität um 10.000 Betten inklusive der Behandlungskosten auf etwa 40 Milliarden Euro. Durch diese Kapazitätserhöhung könnten pro investierten Euro sogar mehr Lebensjahre gerettet werden, als bei einem für Wirtschaft und Gesellschaft folgenreichen Shutdown, wie die Analyse weitergehend zeigt. Gandjour geht nach seinen Berechnungen davon aus, dass eine Erweiterung der intensivmedizinischen Kapazitäten die Sterblichkeit in einem ähnlichen Maße senkt wie ein erfolgreiches neues Medikament gegen Covid-19.

Prof. Dr. Dr. Afschin Gandjour lehrt unter anderem im Studiengang MBA in International Healthcare Management

Prof. Dr. Dr. Afschin Gandjour lehrt unter anderem im Studiengang MBA in International Healthcare Management

„Die Erkenntnisse sind wichtig für die Frage, wie wir die Zeit klug nutzen, um uns auf eine mögliche zweite Welle vorzubereiten. Die Studie zeigt, dass wir die Bettenkapazität auf den Intensivstationen stärker in den Fokus der Diskussion rücken sollten – denn sie spielt bei der Reduzierung der Sterblichkeit eine große Rolle“, so Prof. Dr. Dr. Gandjour „Zugleich komme ich zum Schluss, dass der von der Bundesregierung vorgesehene Bonus von 50.000 EUR für jedes zusätzliche Intensivbett angesichts der hohen Zahl zu gewinnender Lebensjahre pro investierten Euro unzureichend ist.“

Bereits in einer vorangegangenen Arbeit hatte Dr. Dr. Gandjour die maximale Zahlungsbereitschaft für die durch einen erfolgreichen Shutdown geretteten Lebensjahre untersucht. Diese kann mit den tatsächlichen wirtschaftlichen Folgekosten verglichen werden.

Die vollständige Publikation können Sie hier herunterladen. Die frühere Publikation finden Sie hier zum Download.

Professor Dr. Dr. Afschin Gandjour lehrt unter anderem im Studiengang MBA in International Healthcare Management.