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Florian P. Meyer hat im Mai 2012 an der Frankfurt School seinen berufsintegrierten Bachelor in Betriebswirtschaftslehre mit der Spitzennote 1,3 abgeschlossen. Damit gehörte er zu den besten drei Prozent seines Jahrgangs. Danach ging es für ihn nach London, wo er als Haniel-Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes an der London Business School das Masters in Finance Programm absolviert. Bald erwarten ihn spannende neue Aufgaben, denn ab Juli 2013 wird er als Investment Banking Analyst bei Rothschild tätig sein.

Inwiefern hat Sie das Studium auf die Anforderungen in Ihrem Job vorbereitet?

Die Frankfurt School hat historisch ihre Stärke im Quantitative Finance Bereich, in dem ich unglaublich viel gelernt habe, da ich in diesem Bereich auch alle meine Vertiefungen im Hauptstudium absolviert habe. Was die Ausbildung im Corporate Finance Bereich betrifft, was mein derzeitiges Umfeld ist, hat die Frankfurt School noch ein wenig Nachholbedarf.

Dennoch war die Ausbildung an der Frankfurt School sehr wichtig, denn gemessen am Fachwissen überträgt man letztlich doch immer nur einen Bruchteil seines Studiums in die Berufsrealität. Entscheidend war dagegen die gute analytische Ausbildung und das breite Fachwissen über viele verschiedene Themenfelder hinweg. Dies hat mir enorm geholfen, sodass ich heute in der Lage bin, mir zusätzliches Fachwissen nach Bedarf selbst schnell anzueignen und mir unbekannte Sachverhalte in den richtigen Kontext zu setzen.

Insbesondere der berufsintegrierte Aspekt meines Studiums war für mich von Nutzen, da ich zu vielen Banking & Finance Themen sowohl den theoretischen als auch den praktischen Blickwinkel kenne. Als ich unmittelbar nach dem Ende meines Studiums die Commerzbank verlassen und ein Investmentbanking-Praktikum begonnen habe, hat mir die methodische Ausbildung an der Frankfurt School geholfen: ich konnte mich in einem mir bis dahin unbekanntem Berufsumfeld sehr gut und schnell zurechtzufinden und mit Leistung überzeugen.

Daher kann ich heute sagen, dass Fachwissen letztlich nur einen Teil ausmacht, und die an der Frankfurt School erworbene „Denkschule“ im Umgang mit komplexen und anspruchsvollen Themen die wichtigere Ressource ist. Diese habe ich aus meiner Studienzeit mitgenommen und sie ist in meinem Beruf eine der wichtigsten Qualifikationen überhaupt. Denn im Investmentbanking ist nur eines vorab bekannt: Man wird stets mit neuen Problemen und Herausforderungen konfrontiert, zu denen es keine Standardlösung gibt.

Was war besonders nützlich?

Wenn ich an die Zeit an der Frankfurt School denke, gibt es natürlich noch mehr als die Fähigkeit, souverän mit unbekannten Themen umzugehen. Wichtige Hard Skills, die bis heute noch immer sehr nützlich sind und noch lange sein werden, sind beispielsweise mein umfassendes Wissens zu Finanzprodukten sowie deren Strukturierung und Bewertung. Als Absolvent der Frankfurt School ist man in diesem Bereich definitiv sehr gut gewappnet und auch wenn ich normalerweise in der Praxis nicht selbst ein bestimmtes Produkt bewerten muss, ist es für mich immer wieder unerlässlich, die Charakteristika von verschiedenen Finanzprodukten und Derivaten zu kennen.

Aufgrund der sehr guten quantitativen Ausbildung habe ich zudem hervorragende Kenntnisse in Excel und VBA (Visual Basic for Applications) aus meinem Studium mitgenommen. Auch wenn man als Banker zwar nicht zwingend programmieren können muss, sind gute Excel-Fähigkeiten äußerst wertvoll, um schnell komplexe Aufgaben bearbeiten zu können. Wenn es etwas gibt, wovon ich jeden Tag aufs Neue in meinem Beruf profitiere, dann sind es in jedem Fall diese Kenntnisse und die Frankfurt School hat mehr als reichlich Möglichkeiten geboten, diese Kenntnisse immer wieder anzuwenden und zu vertiefen.

Welche Bedeutung hat Ihre Studienzeit an der Frankfurt School für Sie aus heutiger Sicht?

Die Zeit an der Frankfurt School von 2008 bis 2012 war für mich persönlich wie auch beruflich sehr wichtig. Im Wesentlichen hat mir das Bachelorstudium als ein Drehkreuz bezüglich meiner weiteren Karriere gedient. Denn erstens konnte ich in vielen relevanten Finance-Bereichen ein solides Fachwissen aufbauen und zweitens dank der berufsintegrierten Komponente und dem Auslandssemester, sehr viele wertvolle praktische Erfahrungen sammeln und in vielen verschiedenen Teams und Aufgabenbereichen arbeiten. Dies hat nicht nur meiner Karriereorientierung gedient, sondern mir vor allem eine Vielzahl wertvoller Impulse bezüglich der Berufsmöglichkeiten im Finanzsektor gegeben.

Darüber hinaus war das Studium aber auch eine wichtige Startrampe, um meine Ziele zu erreichen. Das Zusammenspiel von Top-Leistungen im Studium, einem tiefgehenden Finance-Fachwissen, umfassender Berufserfahrung sowie gute Kenntnisse der Finanzmärkte waren der Schlüssel, um von der Frankfurt School aus an die London Business School zu gehen und meiner Karriere weiteren Auftrieb zu geben. Die neben dem Studium erworbene Berufserfahrung war dabei unerlässlich, um direkt nach dem Bachelor an der LBS in den post-experience Master in Finance aufgenommen zu werden, der sonst üblicherweise drei Jahre Berufserfahrung nach dem Bachelor voraussetzt.

Abschließend war das Studium persönlich sehr bereichernd. Es ist nicht nur die Grundlage zum Aufbau meines beruflichen Netzwerks in Frankfurt gewesen, vor allem habe ich dort viele neue Freunde gefunden. Mit diesen teile ich gemeinsame Werte und schätze sie aufgrund ihrer persönlichen Integrität und ihrer fachlichen Fertigkeiten sehr. Ich hoffe in der Tat, dass viele der an der Frankfurt School geknüpften Kontakte mich mein ganzes Berufsleben begleiten werden. Außerdem war die Zeit mit meinem Kommilitonen und Freunden zusammen auf dem Campus auch ein Riesenspaß. So wie es stressige Zeiten wie beispielsweise die Klausurphasen gab, so gab es auch die Partys und Events danach und an so manche Episode werde ich mich sicher auch in ferner Zukunft noch gerne zurückerinnern.

Was ist Ihre schönste Erinnerung an Ihre Studienzeit an der Frankfurt School?

Angesichts der Anzahl der Events und der Erlebnisse während meines Studiums ist das keine einfach zu beantwortende Frage. Eine der lustigsten und auch eine der schönsten Erinnerungen ist ohne Zweifel ein Erlebnis aus der Zeit, als wir gerade frisch FS-Fellows gegründet hatten. Das Treffen fand abends statt und ich hatte drei Flaschen Sekt und einen Korb mit Brezeln im Gepäck, die von meinem Ausstand bei der Commerzbank übrig geblieben waren. Perfekt gerüstet mit diesem Proviant, beschlossen wir nach dem Treffen zu viert noch rüber in die Bibliothek zu gehen, um das „Sekt- und Brezelnproblem“ zu lösen. So haben wir dann den Abend fast bis Mitternacht in einem der Arbeitsräume gesessen, den Sekt „niedergemacht“ und manche Anekdote ausgetauscht. Das Ganze war allein schon deswegen so lustig, weil es so spontan zustande kam. In jedem Fall eine von vielen Episoden, an die ich immer wieder gerne zurückdenke.

Welche Bedeutung haben Alumni für eine Hochschule? Was denken Sie können Alumni für ihre Hochschule tun?

Das Studium endet irgendwann, Fachwissen veraltet und auch die erzielten Noten in den Prüfungen sind eines Tages ohne Belang. Das einzige, was dauerhaft Bestand hat, sind persönliche Bindungen zu Menschen, mit denen man gemeinsame Erfahrungen und Werte teilt. Aus diesem Blickwinkel sollten Studenten wie auch die Hochschule selbst stets die Bedeutung der Alumnibasis einer Business School sehen.

Über die Lehre und die Ausbildung vor Ort kann sich eine Hochschule kaum differenzieren. Eine gute Ausbildung anzubieten, ist für eine Hochschule kein entscheidender strategischer Vorteil. Denn auch andere Hochschulen sind in der Lage kompetente Professoren und Dozenten anzuwerben. Man könnte auch sagen, um Finanzmodelle wie das CAPM oder das Black-Scholes-Modell zu lernen, muss man nicht zwingend an der Frankfurt School oder an einer anderen renommierten Hochschule studieren. Dies kann man auch an einer kleinen und unbekannten Fachhochschule lernen.

Das was eine Business School dagegen sehr wohl differenziert, ist ihre Alumnibasis. Diese dient keinesfalls nur dazu, den nachkommenden Studenten Jobs zu vermitteln, oder als leicht zugängliche Funding-Quelle für eine Hochschule zu dienen (im Gegenteil – eine Top Business School investiert in ihre Alumnibasis, anstatt sie nur abzuschöpfen!). Stattdessen bietet eine eng mit der Hochschule und den Studenten verbundene Alumnibasis die Grundlage, wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt zu vermitteln, Erfahrungen weiterzugeben und Kontakte zu vermitteln. Technisches Fachwissen ist wie oben erwähnt kein Vorteil, jeder kann es in kurzer Zeit aus einer Reihe von Büchern erlernen. Die Erfahrungen der Alumni zu bestimmten Arbeitgebern, Sektoren (z.B. Private Equity oder Venture Capital) und ihr berufspraktisches Know-How dagegen sind viel wertvoller und einzigartiger. Dies macht die Alumni für jede Hochschule zu einer nicht-kopierbaren Ressource, und wichtigem Differenzierungsmerkmal. Das ist der eigentlich entscheidende Wettbewerbsvorteil, den die Frankfurt School neu beginnenden Studenten gegenüber den Studierenden anderer Hochschulen an die Hand gibt.

Ein Dekan der Wharton Business School hat in einem Interview einmal gesagt, dass das, was der Harvard Business School (HBS) immer wieder den kleinen, entscheidenden Vorteil vor Wharton gibt, ist die schier unglaubliche Fähigkeit der HBS, Netzwerke zu knüpfen und die eigenen Alumni eng an die Hochschule zu binden. Eine Alumnibasis ist für die Hochschule in der Praxis jedoch nur so bedeutend, wie die Hochschule bemüht ist, diese Ressource zu pflegen und in den Hochschulalltag zu integrieren. Damit einerseits die Studenten von den Erfahrungen ihrer Vorgänger profitieren und andererseits eine starke Identifikation der Alumni mit ihrer Alma Mater gepflegt und vertieft wird.

Was ist Ihr Lebensmotto?

Ich folge zwei Lebensmottos, deren Aussagen ein wenig verwandt sind. Mein wichtigstes Motto, dem ich nun seit mehr als 10 Jahren fest folge, geht auf den Philosophen Seneca zurück und lautet „Per aspera ad astra“, frei übersetzt in etwa „Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen“.

Mein zweites Motto lautet „No surrender, no retreat“ – zu Deutsch „Keine Kapitulation, kein Rückzug“, durchaus etwas martialisch, aber doch ungemein hilfreich kurz vor so mancher Klausurphase an der Frankfurt School.

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